07 | Zwischen Überblick und Umsetzung: Wie Teams wirklich ins Arbeiten kommen | Jens Wiesner

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00:00:01: Intro KI Voice Willkommen im New Work Podcast. Hier sprechen wir über Teams, Führung und die Frage, was Unternehmen bis 2030 an Veränderung brauchen.

00:00:12: KI Stimme Heute zu Gast im New Work Podcast Jens Wiesner, Strategieberater und sentwickler bei Solid Impact. Seine Arbeit beginnt oft dort, wo viele Unternehmen nicht mehr weiterkommen zwischen Strategie, Führung und gelebter Realität im Alltag. Mit seinem Ansatz der Organisation 4:00 null, begleitet er Unternehmen dabei Strukturen, Menschen und Entscheidungen wieder zusammenzubringen. Und vielleicht hilft ihm dabei eine besondere Perspektive. Denn Jens ist auch Pilot.

00:00:46: KI Stimme Wer fliegt, lernt schnell. Überblick ist wichtig, aber landen muss man trotzdem am Boden.

00:00:53: Ellen Kimmel Ja, und damit herzlich willkommen, Jens.

00:00:56: Jens Wiesner Vielen Dank. Heute muss ich noch was sagen Oder ist damit alles erklärt?

00:00:59: Ellen Kimmel Ja, die Frage ist Stimmt das denn alles?

00:01:02: Jens Wiesner Interessanterweise ja. Und bei dem 4:00 null habe ich kurz gezuckt und habe gedacht Na, das Thema ist mittlerweile durch und ich bin froh, dass heute die neue Website freigeschaltet wird. Jetzt geht es endlich online. Da wird 4:00 null nicht mehr zu hören sein. Das war damals ein Thema. Und gehen wir noch einen Schritt zurück Organisationsentwicklung, was gerade genannt wurde.

00:01:24: Jens Wiesner Ich habe mich kaum getraut, damals das Wort Organisationsentwicklung auf mein LinkedIn Profil zu schreiben, weil das gab es nicht. Ich habe gegoogelt, ich habe recherchiert, es war nicht zu finden. Mittlerweile gibt es ziemlich viele Organisationsentwickler auf LinkedIn. Das heißt, auch da war ich, waren wir schon Vorreiter. Und das wollen wir weiterhin sein, so wie wir das damals mit dem Thema 4:00 null angedeutet haben.

00:01:48: Jens Wiesner Das heißt also die Nase Wind halten, vorne mit dabei sein, was Methoden angeht, was Bedarfe der Kunden angeht, das auf jeden Fall. Und wie das dann heißt.

00:01:56: Ellen Kimmel Findet sich ja sehr gut. Genau das war noch von der alten Webseite das Organisationsentwicklung 4:00 null. Ich habe hab's trotzdem mal mit reingenommen, weil wie gesagt, das findet man ja gerade einfach noch sehr beeindruckend. Ja, das gerade schon angesprochen Organisationsentwicklung Du kommst viel in Unternehmen rein, was? Ja, auf welche Probleme stößt du da eigentlich am häufigsten?

00:02:18: Jens Wiesner Total unterschiedliche und irgendwie doch immer wieder das Gleiche. Es geht darum, dass Menschen zusammenarbeiten. Es geht darum, dass Menschen interagieren. Und zwar zweckgebunden interagieren, sodass das Unternehmen die Ergebnisse erzielen kann, die sie erzielen möchte oder die es erzielen möchte. Das heißt, Produkte, Dienstleistungen müssen und und der entsprechenden Qualität gefertigt werden.

00:02:40: Ellen Kimmel Viele Unternehmen haben kein Strategieproblem. Sie haben ein Strukturproblem. Stimmt das?

00:02:47: Jens Wiesner Diese schwierige Frage und kann man sich sicherlich in komplexen Betrachtungen hinreichend drin ergehen. Ein Stück weit stimme ich dir zu. Ja, also zumindest waren die Firmen, die ich treffe haben, vorrangig dieses Strukturproblem, haben vorhin vorrangig das Problem der Zusammenarbeit, der effizienten Organisation dieser Zusammenarbeit. Und im zweiten Schritt lohnt es sich dann, auf die Strategie zu schauen. Wobei ich das Wort Strategie gar nicht so wahnsinnig mag, denn das ist halt auch ein Thema aus der Historie.

00:03:20: Jens Wiesner Früher wurden Strategieberatungen durchs Land getrieben, noch und nöcher und meistens war es das überhaupt nicht. Das, was das Unternehmen brauchte. Wir beschäftigen uns mit Zukunftsthemen, also Zukunftsphänomenen, die das Unternehmen auf den Schirm nehmen sollte, um seinen Weg gut zu planen. Und inwiefern gerade in der heutigen Zeit eine Strategien langfristig gedachte Strategie sinnvoll ist, bleibt zu fragen.

00:03:44: Ellen Kimmel Ja, aber dann siehst du es ja eigentlich auch so, oder? Also das ist eben dann eher ein strukturelles Problem. Ja.

00:03:50: Jens Wiesner Also ich will die Strategie nicht komplett wegwerfen, will da nicht sagen, das braucht kein Mensch. Aber ja, erst mal geht es darum, die Zusammenarbeit, die schon da ist, gut zu organisieren.

00:04:01: Ellen Kimmel Absolut.

00:04:04: Ellen Kimmel Ja, Wie erkennt man denn jetzt so als Führungskraft, dass man ein Strukturproblem hat? Also hast du da konkrete Beispiele, wo man dann irgendwie so sagt Ja, daran kann man das wirklich erkennen oder irgendwie auch dingfest machen. Also man ist ja doch immer so im Alltagstrott und dann denkt man ja, hat man vielleicht nicht einfach die Perspektive von außen?

00:04:25: Ellen Kimmel Aber wo gehen da vielleicht bei dir immer so die Lichter auf?

00:04:29: Jens Wiesner Na, bei den Unternehmen ist es so, dass es irgendwie klemmt. Irgendwo hängt es, irgendwie läuft es nicht rund. Die Kommunikation läuft wohl nicht, oder die Ergebnisse werden nicht so erzielt, wie es sein soll. Oder wir haben Störenfriede im Team. Das sind oft Aufhänger, mit denen Unternehmen auf mich zukommen und natürlich haben sie dann auch schon ihre Ideen, was man machen könnte.

00:04:50: Jens Wiesner Wir brauchen mal eine Schulung. Das Thema Kommunikation müsste man mal anders betrachten. Oder wir müssen von ITholseite etwas tun, um an dem Thema zu arbeiten. Das ist der spannende Moment, wo es sich lohnt, noch mal nachzufragen, Ein, zwei Schritte zurückzugehen, ohne das Ganze groß aufzublasen. Aber um den wirklichen Punkt zu finden, wo man den richtigen Hebel ansetzen kann, um dann relativ schnell für Heilung dieser Situation zu sorgen.

00:05:22: Ellen Kimmel Wir hatten ja schon auch mal im Vorgespräch gesprochen und du hast eigentlich was ganz anderes gemacht. Organisationsentwicklung. Du sagst, es ist ein eigenes Berufsfeld, was du eigentlich noch nicht so da war. Ja, wie bist du dazu gekommen und was hast du vorher gemacht?

00:05:38: Jens Wiesner Ich habe tatsächlich angefangen mit einer Ausbildung, weil ich gar nicht so lange zur Schule gehen wollte, dass ich Richtung Studium hätte denken können. Hab nach dieser Ausbildung dann auch das Elektrotechnikstudium hinten dran gehängt. Und ja, ich glaube, das ist ungefähr das, was man machen muss, um später Organisationsentwicklung zu sein.

00:05:57: Ellen Kimmel Ich habe auch eine Ausbildung. Also ich habe das nie bereut. Okay, ich bin also ich bin gelernte Arzthelferin und ich habe den Job einfach geliebt, so Menschen zu helfen und auch wirklich so was abzuarbeiten und sofort akut Menschen in der Situation einfach auch. Ja, das sichere Gefühl zu geben. Also das war so mein Part, wo ich gesagt habe, auch eine Ausbildung ist schon was anderes als wenn man gleich Studium oder so was macht.

00:06:20: Jens Wiesner Also absolut.

00:06:22: Martin Frolec Ja.

00:06:22: Jens Wiesner Es hilft. Und dieses praktische Denken trägt sich bis heute durch. Und du hast ja gerade auch gesagt, es sind absolute Parallelen zu entdecken von dem, was man früher mal gemacht hat zu dem, was man heute tut. Das sind die ja quasi persönlichen Interessen, Aspekte, Ansprüche, die da drinstecken. Ich glaube, bis heute bin ich noch ein Stück weit Ingenieur, weil ein Ingenieur möchte Dinge, das möchte dafür sorgen, dass Dinge elegant zum Laufen kommen.

00:06:47: Jens Wiesner Also egal welches System man sich vornimmt, egal mit was man arbeitet, es muss nachher irgendwie sauber und möglichst effizient funktionieren. Das ist das, was ich tue, nichts anderes. Und noch dazu arbeite ich gerne mit Menschen. Auch das hat man relativ früh erkannt. In meinem ersten Job war ich tatsächlich Softwareentwickler und Produktmanager. Aber irgendwie kann der Kerl reden. Irgendwie wäre es doch gut, wenn man ihn einspannt, um den nächsten Produktflyer rauszubringen.

00:07:15: Jens Wiesner Irgendwie wär es doch gut, wenn man ihn rein schickt in das nächste Kundenprojekt, weil er kann auch noch mit den Kunden ganz gut reden. Das waren also damals schon Qualitäten, die ich entdeckt habe bzw die mein Umfeld entdeckt hat. In mir schlummernden, die ja schon lange und das Interesse war da. Und ich habe mich im Technikstudium übrigens immer sehr, sehr schwergetan.

00:07:33: Ellen Kimmel Okay.

00:07:34: Jens Wiesner Schwergetan, weil ich immer versucht habe, den Dingen auf den Grund zu gehen. Ich habe mich nie mit den Bits und Bytes zufriedengegeben und ein interessantes Gespräch gab es mal mit einem Kommilitonen. Quasi unser Bester, unser Primus. Im Semester habe ich gesagt Das Problem da, das verstehe ich nicht in der Mathematik sagte ist doch ganz einfach, Du musst doch nur das Stück verstehen und das Stück und das Stück.

00:07:56: Jens Wiesner Und dann hast es, sage ich, Aber ich will das Ganze begreifen. Das kann ich dir auch nicht erklären. Und das will ich aber bis heute. Ich will bis heute verstehen, wie das Ganze funktioniert. Und deshalb ist Solid Impact auch vom Topmanagement bis zum floor, von der von den IT Tools bis zur mentalen Kompetenz unterwegs, weil es halt je nach Situation notwendig ist, an verschiedenen Stellen im Unternehmen anzusetzen, die entsprechenden Schrauben zu drehen und damit dafür zu sorgen, dass das Gesamtgefüge sauber funktioniert.

00:08:28: Ellen Kimmel Ja, mega kann ich voll nachvollziehen, oder? Das ist halt schon irgendwie auch cool, wie sich manchmal dann die Sachen so entwickeln halt. Oder wie gesagt, das ist dann wirklich wie so ein modulares System, was sich aufgebaut hat oder so.

00:08:40: Jens Wiesner Ja, und mir wurde auf meinem Weg immer wieder gesagt Du musst dich spezialisieren. Eine ehemalige Kollegin bei Bosch hat mich mal zur Seite genommen, hat gesagt Jens, was du machst ist gut, aber du musst spitzer werden. Ich habe gesagt, das kann ich nicht, das will ich nicht. Und wir hatten uns Jahre später dann noch mal unterhalten, zufällig noch mal miteinander telefoniert, sage ich Was machst denn du jetzt gerade als ihre Stelle beschrieben Und ihr Aufgabenbereich, den hat sie auch beschrieben und der war relativ breit aufgestellt und hast du mir nicht gesagt, ich muss mich?

00:09:15: Jens Wiesner Spezialisieren? Sagte Lass mich in Ruhe.

00:09:20: Ellen Kimmel Ja, wir hatten das ja auch gerade noch mal, oder unser Spruch drüben im kreativ wird hier heißt ja grade ideal Start hier. Ja, und auch das Thema Strategie. Ja, es gibt viele Ideen in Unternehmen, Es gibt viele Strategien, aber ja, manchmal ist es doch gar nicht. Also das ist ja alles vorhanden. Aber woran erkennt man dann wirklich, dass es eigentlich an der Struktur liegt oder an anderen?

00:09:42: Ellen Kimmel Also nicht an den tollen Ideen, die man eigentlich dann vielleicht nicht ins Laufen bekommt, oder?

00:09:49: Jens Wiesner Mit einer ganz simplen Frage, mit der ich schon viele Menschen genervt habe. Und das Versprechen hier an dieser Stelle Ich werde es weiter tun. Die Frage ist nach der Absicht Was ist die Absicht dessen, was ihr tut, oder dessen, was ihr vorhabt? Und wenn man sich darüber eine Zeit lang unterhält, das ist noch fernab von Zielen. Das ist ein bisschen weiter gefasst, ein bisschen unkonkret.

00:10:12: Jens Wiesner Da noch formuliert. Dann wird meistens vieles relativ schnell klar. Denn über diese Diskussion der Absicht ergeben sich viele Dinge schon bezüglich Optimierung des aktuellen Geschehens, weitere Bedarfe, die existieren. Und dann haben wir teilweise sogar schon die ersten Optimierungspunkte, die wir angehen können.

00:10:33: Ellen Kimmel Ja, absolut. Also jeder sollte sich schon mal diese Frage stellen Ja oder nein?

00:10:37: Jens Wiesner Nein, nein, nein, nein, nein. Nicht alleine. Nur mit mir zusammen.

00:10:40: Martin Frolec Natürlich.

00:10:43: Ellen Kimmel Aber es ist ja jetzt auch nicht so, dass die Strategien irgendwie am Markt scheitern. Meistens hängt es ja wirklich konkret an den Unternehmen. Und wenn du jetzt sagst, was kreiert es ja oder was ist deine Absicht? Wo, wo kann man da ansetzen? Im Unternehmen? Wo ist wirklich der Kern? Also nennt es wird ja nicht vom Markt dominiert, weil viele sagen dann okay, ich kann ja nichts dafür, weil ich der und der Branche bin.

00:11:07: Ellen Kimmel Aber meistens hängt es ja doch immer konkret im Unternehmen, oder? Also ein Problem.

00:11:13: Jens Wiesner Unternehmen kommt von Unternehmung und kommt von Gestalten oder hat mit Gestalten zu tun. Das heißt also, als Unternehmer muss ich dafür sorgen, dass meine Idee, mein Produkt, meine Dienstleistung in den Markt passt und ich kann mir den Markt schaffen. Oder ich kann mir im Markt einen Platz suchen. Egal wie. Ich muss mein Geschehen im Unternehmen daran ausrichten, dass die Ergebnisse erzielt werden, die der Markt braucht.

00:11:39: Jens Wiesner Und das ist, glaube ich, das, was mit Strategie gemeint ist. Und damit ist es nicht Starres, sondern es ist etwas, was sich entwickelt. Und gerade in der heutigen Zeit schauen wir mal auf das Thema KI. In den letzten Wochen sind die Modelle um, ja um Quantensprünge in der Qualität gewachsen. Das heißt also, allein wenn wir darauf schauen, bieten sich uns ständig mehr Möglichkeiten, damit natürlich auch Unternehmen immer mehr Möglichkeiten, wenn wir diese Möglichkeiten nutzen wollen zum Wohle der Kunden und damit natürlich auch zum Wohle des eigenen Unternehmens, dann müssen wir unsere Strategie ständig anpassen.

00:12:18: Jens Wiesner Dann müssen wir am Ball bleiben. Da müssen wir unsere Nase im Wind haben. Und das heißt eigentlich ein ständiges Diskutieren über die Strategie des Unternehmens um das Gefüge, was wir da steuern. Denn oftmals ist es ja nicht das Unternehmen selber. Das heißt also die Mitarbeitenden, die auf der Payroll stehen, sondern es ist die Organisation. Deshalb heißt das bei uns auch so, die aus fest freien Mitarbeitenden bestehen, die aus Dienstleistern bestehen, letzten Endes aber auch aus dem Kunden, der mit integriert wird in das Ganze.

00:12:48: Ellen Kimmel Und was ist dann der Unterschied bei deiner Arbeit zwischen Wir haben es auf dem Papier stehen wir passen diese Strategie an Börse ist wir setzen auch wirklich um oder was? Wie kriegst du die Unternehmen in die Umsetzung?

00:13:03: Jens Wiesner Umsetzung ist ein wahnsinnig wichtiges Thema und auch da gibt es eine nette Anekdote. Ich habe mal ein Gespräch geführt mit einem Abteilungsleiter, der mich anrief und sagte Herr, wissen Sie sind mir empfohlen worden. Unsere IT Abteilung hat mit ihnen mal Kontakt gehabt und die haben mich angerufen, haben gesagt, mit dem musst du reden. Jetzt sage ich Ihnen ganz ehrlich, ich brauche keinen Unternehmensberater, der mir Zeit stiehlt, um dann tolle Folien zu malen und mir die Welt zu erklären, wie sie sein könnte.

00:13:33: Jens Wiesner Wenn ich mir dann noch nur genug Zeit nehme, mein Unternehmen entsprechend umzubauen. Alles klar, Finde ich super. Wir sollten uns weiter unterhalten. So, er war natürlich nach dieser Kraftrede etwas erschüttert. Geschockt. Wie auch immer, zumindest war überrascht, dass ich völlig entspannt gesagt habe Lass uns weiterreden. Macht Sinn. Wir hatten dann auch ein super Projekt, weil wir nämlich beide genauso get haben, wie ihr das haben wollte.

00:14:01: Jens Wiesner Wir sind in die Umsetzung gegangen. Wir haben natürlich analysiert. Wir haben natürlich geguckt, was braucht seine Abteilung, wie binden wir das insgesamt Unternehmensgeschehen ein, was wir da mit der Abteilung vorhaben. Aber dann sind wir erst wieder rausgegangen aus diesem Entwicklungsprojekt, als die Umsetzung passiert war, als sich das bei den Mitarbeitenden festgesetzt hat. Und das ist das Entscheidende.

00:14:22: Ellen Kimmel Klar, weil wenn es nicht in die Umsetzung kommt, passiert auch nichts.

00:14:25: Jens Wiesner Exakt. Dann haben wir halt tolle Theorien erstellt und schön was für die Akten produziert. Aber es bringt dem Unternehmen leider nichts.

00:14:34: Ellen Kimmel Ja, ich habe ja auch den Martin Frolic mal interviewen dürfen. Der hat nämlich auch schon mit dir zusammengearbeitet und ähm oder tut es gerade noch und ich würde dir jetzt gern mal einfach sehr wie so ein Telefonjoker, sag ich immer. Und ja, wir hatten ein sehr schönes Gespräch und ich habe mal die wichtigsten Sachen so ein bisschen rausgeschnitten und das spiel ich dir jetzt gerade mal kurz vor.

00:14:58: Martin Frolec Na gut, erst mal ist Jens ein Menschenkenner. Er hatte, denke ich, eine ausgeprägte Wahrnehmung. Wie Menschen ticken in Organisationen auch privat, denke ich. Um so einen Beruf richtig zu machen, musste er natürlich auch noch ein bisschen die strukturelle Seite beleuchten. Und das kann er exzellent, lässt aber einen dann auch ein bisschen in seiner Welt. Das heißt, er geht nicht in einer vorgefertigten Weise vor.

00:15:20: Martin Frolec Und deswegen hab ich es auch unterstrichen Er ist erst mal ein Mensch, das heißt, er sieht Organisationen, Menschen, Teams erst mal so, wie sie sind, geht dann erst an Optimierungen heran, wenn er sieht, dass auch Bereitschaft für Optimierungen besteht. Und das schafft er sehr gut. Er kann auch bewusst mal unangenehme Frage stellen und stößt damit damit einen Gedanken oder mehrere Gedanken an, die gesagt Jens, der fliegt und schaut sich das dann von der Vogelperspektive ja auch manchmal.

00:15:47: Martin Frolec Aber er kann sehr konkret sein. Also das ist das Schöne an ihm. Er fliegt da nicht nur drüber, sondern er hat auch sehr viel Bodenhaftung. Sehr geehrte Damen!

00:15:57: Ellen Kimmel Ja, zum Thema Fliegen und Bodenhaftung kommen wir später noch mal, denn du hast ja auch ein ganz besonderes Hobby. Aber jetzt ein Punkt, der mir da echt gut gefallen hat, oder ist das denn normal? Oder Das fand ich irgendwie so er sieht erst mal den Menschen und tritt erst mal, glaube ich. Also so habe ich dich auch jetzt wahrgenommen.

00:16:16: Ellen Kimmel Erst mal so ein bisschen zurück, weil ich glaube, viele sagen dann schon ach ich weiß schon die Lösung, das ist dann so und so und so und so, wie ich dich jetzt wahrgenommen habe, bist du eher auch der, der wirklich erst mal in die Vogelperspektive geht und erst mal den Raum auch mal sein lässt, oder? Also so, so habe ich dich wahrgenommen Oder ist das eine eine Stärke von dir?

00:16:35: Jens Wiesner Ob es Stärke ist oder nicht, entscheidet die Situation. Aber ja, so ticke ich, so agiere ich gerne. Ich glaube, ich kann viel Gutes tun. Aber um möglichst schnell das Richtige zu tun, brauche ich die Beobachtung. Muss ich eben diesen Raum geben, wie du gerade gesagt hast, und erst mal abwarten. Und es gibt sicherlich viele tolle Theorien. Es gibt viele tolle Interventionsmöglichkeiten, aber die direkt anzuführen, nur um zu zeigen, ich habe eine tolle Methode in der Tasche, niemals aber hinspüren und fragen.

00:17:09: Jens Wiesner Und wie ich eben gesagt habe, auf die Menschen achten im Unternehmen, weil auf die kommt es an, die müssen interagieren, die müssen zusammenspielen und dann haben wir das Unternehmensgeschehen und dann können wir wissen, wo wir tatsächlich den richtigen Schraubendreher ansetzen und die richtige Schraube drehen.

00:17:26: Ellen Kimmel Hast du da ein konkretes Beispiel in meinem Kopf, wo das so war? Also dass du dann auch aktiv gesagt hast, ich habe mich da erstmal zurückgehalten und dann ist dann ja was draus entstanden. Oder hast du da mal so eine bildliche Situation im Kopf?

00:17:41: Jens Wiesner Sicherlich mehrere Situationen. Deshalb fällt es mir jetzt schwer, genau eine rauszupicken, zu packen. Es ist generell so, wenn ich ins Unternehmen komme oder auch die anderen Experten, was soll. Und da geht es erst mal um strukturierte Interviews. Da geht es erst mal darum, zuzuhören. Und wie der Martin gerade gesagt hat, Ich glaube, ich muss sie mal anrufen. Es war sehr, sehr nett, was er da formuliert hat.

00:18:03: Jens Wiesner Es geht nicht darum, einfach mal nur drüber zu fliegen, einfach mal nur zu plauschen, obwohl das den Mitarbeitenden oft so vorkommt, sondern da ist eine Vorbereitung dahinter, da ist eine Struktur dahinter, da sind gewisse Dinge dahinter, die ich wissen möchte und die ich in Erfahrung bringen möchte. Und deshalb schaffen wir es relativ schnell ein gutes Bild zusammen zu bringen.

00:18:24: Jens Wiesner Und wenn du noch eine Anekdote fragst Ja, ein Unternehmen habe ich gerade tatsächlich vor Augen. Ich hatte einen Vormittag Zeit, gut bis in den frühen Nachmittag rein ein paar Interviews zu führen und hatte nachmittags einen Termin mit dem Geschäftsführer, der wissen wollte Macht das denn überhaupt Sinn mit diesen Typen? Da an dem Unternehmen rum zu schrauben? Und der sagte Sie haben ja jetzt nur ein bisschen Zeit gehabt und nur mit ein paar Leuten geredet.

00:18:49: Jens Wiesner Sie werden noch nicht so den großen Eindruck vom Unternehmen haben, sich na, das ist schon richtig. Aber ich könnte ihnen das und das und das und das sagen. Und ich habe das Gefühl, da müssen wir noch mal genauer hin spüren. Und hier scheint es ein bisschen zu klemmen, oder Wo haben Sie das alles her? Aus den Interviews, die ich gerade geführt habe.

00:19:10: Jens Wiesner Ja, das kann ja nicht sein. Da brauchen Sie ein halbes Jahr für, um diese Informationen alle zusammenzubringen. Also ich glaube, das unterstreicht, dass dieses sich drauf einlassen auf die Situation, auf die Menschen, auf das Unternehmen, wie es tickt mit seiner DNA, dieses wirklich interessiert sein, hin spüren wollen und dann aber auch mit dem entsprechenden Programm im Hinterkopf quasi die Informationen auszuwerten.

00:19:33: Ellen Kimmel Ja, absolut. Und das ist hat er Martin auch noch mal gesagt, dass das bei dir sehr auf Augenhöhe passiert. Du trotzdem. Aber weil ich habe ihn gefragt was würdest du vielleicht nicht über dich sagen? Und da war so ein bisschen auch der Punkt und das habe ich jetzt auch so empfunden ehrlicherweise, dass du ja trotzdem dieser Pilot bist, der ja eigentlich schon ein bisschen, sage ich mal, besonders Hobby hat.

00:19:55: Ellen Kimmel Nicht jeder fliegt und hat die gleichen, die gleiche Augenhöhe und du einfach schon diese Flug Ebene höher einfach auch schon siehst, aber trotzdem es hinbekommen ist das nicht demjenigen einfach zu pressen, sondern es halt einfach in der Hinterhand zu haben und zu schauen wie kommen wir da gemeinsam sozusagen hin. Ja, du bist Pilot als Hobby. Ähm, wie ist das mit der Vogelperspektive?

00:20:20: Ellen Kimmel Wie kannst du die einnehmen? Und öffnet das wirklich auch manchmal Horizonte bei Unternehmen?

00:20:27: Jens Wiesner Vogelperspektive ist ein tolles Schlagwort und immer wieder, wenn ich im Flugzeug sitze, dann kommt mir genau dieses Wort in den Sinn, wo ich denke Du hast recht. Also Vogelperspektive ist was Tolles und da oben zu sitzen und einfach mal weit gucken zu können, die Dinge im Zusammenhang zu sehen, das ist was Tolles. Und das versuche ich. Dieses Bild, das versuche ich mitzunehmen, auch in meinen Alltag, in den Unternehmen und mir das wieder ins Gedächtnis zu rufen, sozusagen Guck mal weit, schau dir die Zusammenhänge an!

00:20:58: Jens Wiesner Ja, das hilft also Von daher hilft es. Und es ist natürlich für mich, was relativ Normales. Ich fliege seit 40 Jahren. Meine Tochter kennt es gar nicht anders, als dass Menschen durch die Luft fliegen. Ihr wurde im Kindergarten eine sehr große Fantasie bescheinigt, weil sie des Öfteren erzählt hat, dass sie am Wochenende geflogen ist. Wir sind dann darauf angesprochen worden und meine Frau sagte Ja, das stimmt ja auch, also bei uns wirklich etwas völlig Normales.

00:21:29: Jens Wiesner Aber wie gerade gesagt, es gibt diese Momente, wo mir das klar wird, welches Privileg ich damit habe, immer mal wieder von oben auf Dinge gucken zu können. Und ich hatte witzigerweise letzte Woche einen Rundflug. So ganz spontan kam da unser Mann auf dem Turm auf mich zu und sagte Du bist gerade am Flugplatz, Hast du Zeit, Hier sind welche, die wollen in die Luft.

00:21:50: Jens Wiesner Und die waren absolut gefordert. Auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber auch fasziniert, weil sie sagten Moment, das ist doch diese Ortschaft, das ist die, ja, die muss da nebendran sein. Das heißt, die haben sich von ihrer Wahrnehmung auf dem Boden heraus das Bild zusammengepuzzelt, was jetzt aus der Vogelperspektive wahrgenommen haben. Und du hast das Grinsen auf dem Gesicht gesehen und das Strahlen in den Augen gesehen, wie sie immer mehr ihre Welt komplettiert haben, die sie sonst eben von da unten gewohnt waren.

00:22:18: Jens Wiesner Und dann mit einem ganz anderen Bild von ihrem Zuhause, von ihrer Umgebung aus dem Flugzeug ausgestiegen sind. Und ich glaube, das passiert auch oft in den Unternehmen, eben miteinander dieses Bild zu erzeugen, diese Visualisierung zu ermöglichen und damit den Menschen, mit denen ich arbeite, ihr gewohntes Umfeld noch mal anders darzustellen.

00:22:39: Ellen Kimmel Ja, das kann man sich richtig gut vorstellen, weil von oben sieht es ja auch so ein Gebäude sieht einfach nur viereckig aus und wenn man es von unten sieht, sieht es ja wirklich mit allen Schnörkel usw und von oben ist das aber einfach nur ein Viereck und dann erkennt man das manchmal gar nicht, dass das genau dieses Gebäude ist, oder?

00:22:57: Ellen Kimmel Ja.

00:22:57: Jens Wiesner Und auch die räumlichen Zusammenhänge sind da oben anders oder sehen anders aus, als sie unten am Boden sind. Hier unten musst du halt durch die Gasse gehen, dann rechts abbiegen, dann wieder links und dann durch die nächste durch und dann kommst du zu deinem Auto. Und von da oben ist es einfach nur und das ist da links neben dran.

00:23:14: Ellen Kimmel Ein wichtiger Aspekt ist ja aber trotzdem auch beim Fliegen die Präzision und diese Genauigkeit, dass natürlich nichts passiert. Und ja, wie arg siehst du das, diese Klarheit, dieses Spielraum geben? Irgendwie so.

00:23:30: Jens Wiesner Dass es tatsächlich auch Fliegerei und das ist der Urtypus der Fliegerei. Es gibt so nette Sprüche über das Pilotendasein und da geht es genau darum, dieses Zusammenspiel stemmen zu können. Von Präzision und von Lässigkeit her. Das heißt, wann muss sich Raum geben, Wann ist es auch mal nicht so wichtig, ganz präzise zu sein? Und wann muss ich aber wieder ganz exakt sein?

00:23:54: Jens Wiesner Und das Zusammenspiel, das erlebe ich eben auch in meinem täglichen Berufsleben immer wieder und finde da die Parallelen zum Piloten Business, wenn du so willst, also zur Fliegerei.

00:24:07: Ellen Kimmel Ich glaube, das wird auch ein entscheidender Faktor, warum Unternehmen dann in Zukunft wahrscheinlich, also gerade wenn es am Thema Teamführung auch geht oder so, oder.

00:24:15: Martin Frolec Ja.

00:24:15: Jens Wiesner Ganz genau. Also gerade beim Thema Teamführung, bei der Arbeit mit Menschen kannst du ja nicht immer genau exakt nach Plan arbeiten. Das muss leben, das muss atmen. Und so stricken wir zum Beispiel auch alle Prozesse, die wir machen, wenn es um Prozessberatung geht, so dass Menschen in diesen Prozessen leben können und dass sie sich als Mensch entfalten können.

00:24:36: Jens Wiesner So wie Martin eben gesagt hat Der Mensch ist wichtig und der ist eben nicht immer gleich und er ist nie nach Schema F. Aber letzten Endes geht es darum, alle Menschen in eine Richtung zu orientieren, um gemeinsam Ergebnisse erzielen zu können. Denn darum geht es letzten Endes in den Unternehmen.

00:24:54: Ellen Kimmel Ja, und du hast mir gesagt, da gibt es ja auch gewisse Tools, mit denen man zum Beispiel arbeiten kann, oder? Also gerade wenn es um Persönlichkeitstest gibt, ich meine, da gibt es ja diverse Sachen auf dem Markt. Ich habe da auch schon, also ich kenne mich da nicht so ganz so gut aus, aber ja, wie kann man da vielleicht in dem kleinen, was du sagst, in so einen kleinen Schritt vorangehen mit so einem Persönlichkeitstest oder wie nennst du es?

00:25:15: Ellen Kimmel Ich glaube, wir hatten mal vorher drüber gesprochen. Vielleicht kannst du es noch mal erklären.

00:25:20: Jens Wiesner Wir arbeiten sehr gerne mit den Tools von Persona Global und Persona Global hat ein ganz wichtiges Werkzeug. Das ist das Social Stilmodell von Persona Global. Und darauf baut sich ein Kommunikationsstil, Modell und letzten Endes auch ein Kommunikations, eine Kommunikationsmethode auf und vergleichbar mit dem Discmodell, was viele in Deutschland kennen, aber viel pragmatischer orientiert und viel mehr darauf ausgerichtet, direkt für Optimierung in den Interaktionen zwischen Menschen zu sorgen.

00:25:52: Jens Wiesner Und das wäre zum Beispiel ein Werkzeug, wobei wir niemals das Werkzeug voran führen, sondern immer gucken, wie sieht die Situation aus, wie wollen wir optimieren, was wollen wir optimieren und welches Werkzeug wird sich jetzt dafür eignen? Aber ja, natürlich, so einen Kommunikationsstil. Profil Das ist greifbar. Das kann der Mitarbeitende noch mit nach Hause nehmen, kann sich es durchlesen, kann Fragen dazu stellen kann damit arbeiten, um sich mit seiner Umwelt besser adaptieren zu können.

00:26:21: Jens Wiesner Und natürlich steckt in der Methode viel drin, um bei jedem Gespräch noch besser zu werden. Was das Andocken an die Umwelt angeht.

00:26:29: Ellen Kimmel Ja, und das ist gerade schon angesprochen. Es ist, glaube ich, relativ greifbar. Deswegen ist das jetzt nur mal so, weil ich denke, die anderen Sachen sind ja schon sehr viel in die Tiefe gehend, Struktur mäßig und Strategie mäßig. Da ist es ja wirklich so ein bisschen, man kann es irgendwie so ein bisschen nachvollziehen, man wann meinst du, ist dieses Tool sinnvoll einzusetzen?

00:26:50: Ellen Kimmel Oder jetzt, wenn ich vielleicht eine Führungskraft gerade bin oder in welchem als Unternehmenschef sozusagen oder wo? Wer sollte das einsetzen und wann vielleicht auch?

00:27:03: Jens Wiesner Du fragst mich gerade nach dem Schweizer Messer des Unternehmens Geschehens. Jeder, also tatsächlich jeder. Ich habe das schon so viel mitgearbeitet. Ein prominentes Beispiel ist Teamentwicklung. Mich hat ein Abteilungsleiter angerufen, hat gesagt Jens, ich habe zwei verteilt sitzende teams, Softwareentwickler. Die einen sitzen eher im Norden, die anderen im Süden von Deutschland. Die müssen miteinander arbeiten, aber die hauen sich die Köpfe ein.

00:27:30: Jens Wiesner Er hat es wirklich so drastisch gesagt. Er hat gesagt Wir haben schon vieles probiert, wir sind nicht zurande gekommen, wir kriegen da keine Ruhe rein und wir kriegen keine wirkliche Mitarbeit rein. Da habe ich gesagt So ein Vorschlag, bevor wir jetzt anfangen mit entwicklungen, mit sonstigen Maßnahmen, die man sich vorstellen könnte, lass uns doch ein Training machen, ganz bewusst ein Training.

00:27:48: Jens Wiesner Wir wollen überhaupt nicht auf die aktuellen Probleme eingehen. Wir wollen mal im Generellen darüber sprechen Wie kann man Kommunikation anders gestalten und wie ticken Menschen bzw Kommunikationsstile unterschiedlich? Wie können sie gut zusammenarbeiten? Aber wo haben sie auch ihre Problemchen? Also gesagt tun Versuch ist es wert, lass es uns machen. Und wir haben tatsächlich dieses Training durchgeführt. Sind ganz bewusst nicht auf die Spezifika eingegangen.

00:28:17: Jens Wiesner Und nach den ersten zwei Stunden waren die Leute, die sich vorher offensichtlich sehr distanziert gegenüberstanden, genau diejenigen, die sich auf die Schulter geklopft haben, gesagt haben Jetzt weiß ich, was du da immer von mir willst. Ja, natürlich kann ich dir die Information geben. Gerne. Jetzt weiß ich ja, dass wir quasi auf das gleiche zuarbeiten. Also das ist ein wunderschönes Beispiel.

00:28:38: Jens Wiesner Genauso Führung. Hätte ich zig Beispiele, wo Führungskräfte auf einmal ihre Mitarbeitenden besser verstanden haben, wo auch Topmanager plötzlich in der Lage waren, ganz anders mit Untergebenen in erster, zweiter, dritter Linie umzugehen und eben per Fingerschnipp, per schneller Analyse rausgefunden haben Wie können wir uns auf das Gespräch vorbereiten? Wie können wir das Gespräch führen? Wie sorgen wir dafür? Win win Situationen zu erzielen?

00:29:04: Jens Wiesner Das ist mir in meiner Arbeit generell wichtig und das ist eine wunderschöne Basis für dieses Kommunikationsmodell.

00:29:12: Ellen Kimmel Ja, Führungskräfte sind ja wirklich mittlerweile ja nicht einfach nur eine, eine Sache, die sie abarbeiten müssen, sondern sie müssen ja auch fast schon ein Organisationen entwickeln. Was müssen sie im Gegensatz zu früher heute lernen?

00:29:27: Jens Wiesner Führungskräfte oder die Aufgaben von Führungskräften verändern sich tatsächlich, denn wir gucken oft noch auf die Hierarchie und auf die Position, die jemand hat. Die ist aber im Geschehen oft gar nicht so wichtig. Führung verändert sich bzw Führung wird von unterschiedlichen Menschen übernommen. Wenn sie in der Lage sind zu führen. Und das hängt oft an der Fachexpertise. Schauen wir in ein Projekt rein, in ein komplexes Projekt, am besten Technologie Umfeld.

00:29:57: Jens Wiesner Da führt derjenige, der gerade das Beste beitragen kann, der den Hut aufhat bezüglich des Fortschritts des Projektes. So, dieser Mensch muss also in dem Moment nicht nur in seinem Fachgebiet gut sein, sondern muss auch dafür sorgen, dass die anderen motiviert sind, sich an dem Geschehen zu beteiligen und an dem Ergebnis, was erzielt wird, zu beteiligen. Das heißt also, Führung oder Führungskompetenzen sollten nicht mehr bei den hierarchisch Vorgesetzten verankert sein, sondern eigentlich bei allen im Unternehmen.

00:30:31: Jens Wiesner Dann funktioniert die Führungsübergabe relativ reibungslos und die disziplinarisch Vorgesetzten haben es auch leicht. Denn wenn alle diese Führungs Theoreme oder die Führungsmechaniken kennen, dann fällt das Zusammenspiel umso leichter. Und dann landen auch wieder die Aufgaben, die die Führungskraft, die Auserkorene, die disziplinarische hat dieser Person sehr leicht, weil sie die Informationen zugespielt bekommt, weil sie mit Menschen in Interaktion treten kann, die generell wissen, worum es geht und natürlich gibt es da interessante Führungsmodelle.

00:31:10: Jens Wiesner Wir haben zum Beispiel das Direct Leadership Modell von einer Autorin, die ich recht gut kenne, in Dänemark im Einsatz und das sagt das ein, wie du es gerade auch schon eingeführt hast, eine Führungskraft mehrere Rollen übernehmen muss. Zum Beispiel der Coach zum Beispiel der Schiedsrichter, also zum Beispiel derjenige, der die Rahmenbedingungen vorgibt, der auf Regeln achtet. Auf der anderen Seite aber auch derjenige, der unterstützt und der Raum gibt.

00:31:36: Jens Wiesner Und es ändert sich. Es wird anspruchsvoll. Aber so ist die Arbeit mit Menschen und die kann unheimlich Spaß machen.

00:31:44: Ellen Kimmel Absolut. Und wenn man das ja auch mal wirklich verstanden hat, ist es, glaube ich, echt. Ja, es kann das richtig Spaß machen, glaube ich.

00:31:52: Jens Wiesner Ja, es ist eine Gestaltungsarbeit, der sich gerade Führungskräfte öffnen und anschließen dürfen. Aber die Lust am Gestalten, die muss da sein.

00:32:04: Ellen Kimmel Ja, und was unterscheidet jetzt eigentlich Unternehmen, die. Wir hatten es vorhin mit Umsetzung. Ich meine, manche setzen auch viel um und handeln viel und sind die ganze Zeit beschäftigt. Ja, was ist da der Unterschied zu den Unternehmen, die wirklich vorankommen?

00:32:17: Jens Wiesner Die Unternehmen, die gut vorankommen, leben den Mix meiner Meinung nach zumindest Zwischen Zielorientierung, strukturiertes Vorgehen und der innovativen Freiheit und dem ausprobieren wollen. Und vor Jahren habe ich mal einen interessanten Artikel von Spotify gelesen. Spotify hat gesagt oder Mitarbeiter von Spotify haben darin geschrieben. Wir werden immer wieder gefragt, wie wir das denn machen. Wir, die wir als Blaupause für agile Softwareentwicklung gesehen werden.

00:32:49: Jens Wiesner Darum ging es damals noch hauptsächlich. Und wir haben uns jetzt mal hingesetzt, wir haben das zusammengeschrieben. Aber wenn ihr dieses Pamphlet durchliest mit Tribes und Teams usw, was die da alles aufgebaut haben, um quasi eine holistische Organisation zu beschreiben. Wenn ihr das durchliest, dann seid euch gewiss, wir haben uns schon weiterentwickelt, also nehmt es bitte nicht als Baumuster für eure Organisationen, sondern nehmt Ideen daraus.

00:33:17: Jens Wiesner Adaptiert die gerne, aber adaptiert bitte und sorgt dafür, dass ihr in diesem Sinne eure Organisation strickt. Und das heißt auch wieder ein Zusammenspiel von wir müssen uns in eine Richtung bewegen, wir müssen Ergebnisse erzielen, wir müssen für Qualität sorgen, für Termintreue, für was auch immer für den Kunden wichtig ist. Aber wir müssen uns auch Freiräume schaffen. Und genauso sehe ich zum Beispiel Prozessoptimierung.

00:33:44: Jens Wiesner Prozesse sind nicht dazu da, um ein Unternehmen zu reglementieren und zu sagen Nur so wird hier gearbeitet, sondern im Optimalfall laufen die Aufgaben bei uns so optimal durch und durch. Dieses Befreien quasi von den ja, es ist heutzutage STANDARD Operating Procedures. Machen wir uns frei, um Zeit zu haben für kreatives Denken, für Innovation.

00:34:08: Ellen Kimmel Ja, das war hier, finde ich, so schwer zu unterscheiden. Haben wir immer schon gemacht. Funktioniert gut. Never change a running system wird es. Okay, das ist jetzt ein Punkt, den wir eigentlich mal angehen müssten, oder? Also das ist manchmal, finde ich, schwierig zu erkennen, wenn man so lang selber im Unternehmen ist, glaube ich.

00:34:26: Jens Wiesner Oder exakt. Ja, damit sprichst du ja genau das Fenster an, dieses das Fenster der Dinge, die wir nicht wissen und die wir das aber auch nicht betrachten können.

00:34:38: Ellen Kimmel Und dann kommt jemand so wie du ins Spiel, der dann einfach sagt Jetzt, ich guck mal anders, der dieses.

00:34:42: Jens Wiesner Fenster beleuchtet und natürlich auch jemand, der Lust darauf macht. Das ist das andere, was du hast mit klingen lassen, der Lust darauf macht, die Säge zu schaffen und sich Zeit dafür zu nehmen. Und das wissen wir alle. Wir alle haben unsere Themen, die wir eigentlich mal angehen müssten. Die Ecke im Büro, die mal aufgeräumt werden müsste, die Schulung, die wir schon lange machen wollten.

00:35:04: Jens Wiesner Absolut richtig. Aber wir müssen uns die Zeit dafür nehmen und genau die heutige Zeit, also das, was uns gerade umgibt, ist dazu angetan, sich eben regelmäßig Zeit zu schaffen, um sich weiterzuentwickeln. Die Welt um uns herum dreht sich unheimlich schnell, die Anforderungen verändern sich. Wir müssen da mitkommen und das geht nicht einfach so im Tagesgeschehen.

00:35:26: Ellen Kimmel Absolut. So, du hast mir was mitgebracht, weil ich. Ich habe gesagt, ein Gegenstand, der sich so ein bisschen an deine Arbeit erinnert.

00:35:35: Jens Wiesner Ich habe viel mitgebracht. Tschuldigung, aber das ist das Ding, was mich schon sehr, sehr lange begleitet. Ich mag diese Stifte und ich mag Stifte. Generell bei allem strukturierten Arbeiten, bei allem Methodischen, was wir im Hintergrund haben, bei allem Hang auch zum Papierlosen Arbeiten. Ab und zu mal ein Stift in die Hand nehmen, Dinge aufschreiben, Dinge visualisieren, abstrahieren, strukturieren.

00:36:03: Jens Wiesner Das ist unheimlich wichtig. Und das geht am besten mit so einem Stift und online mache ich das natürlich. Du kannst mich gerne mit Mindmaps. Ich liebe meine Maps und jeder, der mich kennt, weiß das, weil die dazu angetan sind, mal schnell Informationen aufzunehmen, schnell zu strukturieren um zu sortieren und damit dann Cluster zu bilden und relativ schnell auch rauszufinden, mit was haben wir es denn hier zu tun?

00:36:28: Jens Wiesner Was sind unsere Hauptthemen, was sind die Details dazu und auf was sollten wir uns im weiteren konzentrieren? Aber das geht eben auch wunderschön hiermit. Gib mir ein Whiteboard, gib mir den Flipchart. Meine Stifte habe ich. Lass uns loslegen.

00:36:40: Ellen Kimmel Quilwir haben angefangen. Organisationsentwicklung 4:00 null. Solid Impact. Du hast schon gesagt, die neue Seite geht bald online. Was ist denn jetzt so? Der Kernunterschied zwischen Ja, man entwickelt sich ja auch weiter. Was ist der Kern Unterschied von den zwei Webseiten? Wenn du die jetzt vergleichst.

00:37:00: Jens Wiesner Wenn ich die Webseiten vergleiche, dann ist es weniger Text, mehr Grafik, was sicherlich auch in die Zeit passt und was dazu passt oder zu meinem Anspruch passt, Dinge möglichst schnell rüberbringen zu können, schnell visualisieren zu können und auf das Pudels Kern einzugehen. Das ist aber auch weg von 4:00 null. Das war damals zu Zeiten. Ich glaube, Angela Merkel hat das Wort noch geprägt oder diesen Begriff noch geprägt.

00:37:25: Jens Wiesner Davon sind wir weg. Das heißt, die Begrifflichkeiten sind neu. Was aber geblieben ist, ist tatsächlich alles, was unten drunter liegt. Es sind immer noch, wie vorhin schon mal gesagt, die Menschen, die miteinander arbeiten. Es ist die Organisation, die ein Ergebnis erzielen will. Und auch dazu eine interessante Begebenheit, die ich mal hatte, als ich einen Vortrag für den VDI gehalten habe.

00:37:49: Jens Wiesner Da habe ich halt dieses New Work Thema aufgegriffen, habe gesagt, wie arbeitet man da, wie arbeiten zum Beispiel auch Agile Software Teams? Und dann meldete sich ein Zuhörer und sagte Herr, wissen wir, was Sie da alles erzählen? Kann ich total nachvollziehen. Aber ich habe noch andere Begriffe dafür, zum Beispiel für dieses Verändern im Unternehmen. Wir haben das früher Change Management genannt.

00:38:12: Jens Wiesner Sich na ja, das ist es ja auch immer noch. Es geht eben immer noch darum, das Zusammenarbeiten von Menschen zu gestalten, Menschen mitzunehmen in die Veränderung. Und gerade die begleitet uns heute quasi ständig. Ich habe ein Unternehmen, ein Kunden Unternehmen, das sagt immer, wir haben da gerade einen Change. Und meine Antwort ist immer Ihr habt ständig einen Change.

00:38:31: Jens Wiesner Aber ich habe gerade ein besonderes Thema und auf das gucken wir jetzt gerne gemeinsam.

00:38:36: Ellen Kimmel Ja, deswegen habe ich auch den Newwork Podcast gegründet, weil ich glaube, das Thema ist auch nie als es ist immer neu.

00:38:42: Jens Wiesner Es wird auch immer wieder neu. Genau. Es entwickelt sich quasi selbst und erfindet sich auch immer wieder selbst. Exakt.

00:38:50: Ellen Kimmel Solid Impact Habt ihr dann Lieblingsbranche oder Unternehmen? Mit welchem Unternehmen arbeitet ihr zusammen?

00:38:58: Jens Wiesner Das werde ich immer wieder gefragt. Und es sind Unternehmen unterschiedlicher Branchen und unterschiedlicher Größen, Also von zwei von 20 bis 10.000 und die Branchen wirklich komplett durch? Ich kann natürlich sehr leicht mit Unternehmen arbeiten, die im Technologiebereich zu Hause sind. Völlig klar. Als Elektroingenieur renne ich da meistens offene Türen ein. Bzw. Es hat mal jemand vor mir gesessen, der hat seinen Nachbarn angerempelt, hat gesagt Du musst nicht so kompliziert formulieren, ist Elektroingenieur, der versteht dich, rät einfach.

00:39:29: Jens Wiesner Also ja, das sorgt natürlich dafür, dass ich relativ schnell andocken kann. Aber es gibt ja nicht nur mich bei Solid Impact. Es gibt unterschiedlichste Experten mit unterschiedlichem Hintergrund. Alle erfahren Das ist das, was uns eint. Wir alle haben Fach und Führungspositionen früher gehabt. Wir wissen, wovon wir reden. Wir haben das alles früher selber mitgemacht. Aus der Mitarbeitenden Perspektive.

00:39:51: Jens Wiesner Und jetzt sind wir eben in dem Beraterstuhl und ja, von daher Mich bereichert es auch, von Branche zu Branche zu gehen. Und es bereichert aber auch die Kunden, Unternehmen wiederum Perspektiven aufzumachen und zu sagen im Bankenbereich wird das so gemacht oder im Technologiebereich, so oder in der Chemieindustrie machen die das übrigens wie folgt und kämpfen mit anderen Regularien, mit anderen Rahmenbedingungen.

00:40:19: Jens Wiesner Also deshalb Nein, festlegen, lieber nicht.

00:40:23: Ellen Kimmel Ja, dann sind wir auch schon fast am Ende angekommen. Ich habe immer noch eine Abschlussfrage. Jetzt noch mal die Frage. Eigentlich habe ich vergessen Möchtest du noch irgendwas loswerden?

00:40:31: Jens Wiesner Du hast so umfassend gefragt, Du hast alles beleuchtet, Du hast mich als Mensch mit reingenommen, Du hast den Piloten mit reingenommen, du hast den Organisationsentwickler in allen Facetten dargestellt. Ich glaube, wenn es noch Fragen gibt, dann sollten die die Kunden entdecken.

00:40:46: Ellen Kimmel Ja, auf jeden Fall. Und wir haben ja auch noch eine Flugstunde offen, oder? Oder Ich bin ja mal gespannt. Ich freu mich. Ich würde sehr gerne mal mitfliegen und freue mich da auch schon drauf.

00:40:58: Jens Wiesner Ja, ich hab das jetzt schon überlegt. Ich war ja wie gesagt am Sonntag in der Luft und habe schon gedacht, so, wenn neben mir jemand mit der Kamera sitzt und mit dem Mikrophon und hinten zwei sitzen, die sich gerade unterhalten, wir alle über Intercom miteinander verbunden sind. Das heißt also auch, der Ton läuft dann darüber, sodass wir über unsere Headsets miteinander sprechen können.

00:41:18: Jens Wiesner Das wär sicherlich interessant.

00:41:20: Ellen Kimmel Mehr. Das machen wir.

00:41:22: Jens Wiesner Ja.

00:41:23: Ellen Kimmel Okay. Abschlussfrage Versetz dich bitte in die Lage eines Unternehmers. Es ist 2030 und du bist noch erfolgreich Da. Was hast du, wenn du zurückblickst zwischen 2024 oder jetzt 26 bis 2030, konkret getan, damit dein Unternehmen funktioniert? Dein Team stabil ist und du nicht ständig alles selbst auffangen musst?

00:41:46: Jens Wiesner Wenn ich die Frage richtig verstehe, geht es darum, unternehmerisch erfolgreich zu sein und möglichst wenig treibende Kraft im Unternehmen zu sein. Das heißt, ich habe dafür gesorgt, dass meine Teams intrinsisch motiviert sind, dass sich alle Mitarbeitenden mit ihren Stärken einbringen konnten. Das ist genauso aber auch geschafft haben, sich so zu organisieren, dass sie zielgerichtet ihre Stärken einbringen und dass sie diese Win Win Basis geschaffen haben.

00:42:15: Jens Wiesner Dieses Wir erschaffen etwas miteinander und nicht ich könnte dem anderen was wegnehmen bzw von dem anderen etwas weggenommen bekommen. Das ist gerade in dieser vorhin beschriebenen Situation des sich verändernden Umfelds, der ständig steigenden Möglichkeiten unheimlich entscheidend für Unternehmen.

00:42:35: Ellen Kimmel Ja, das ist doch ein perfektes Schlusswort. Vielen Dank, dass du mein Gast warst und.

00:42:42: Jens Wiesner Dank für die tollen Fragen.

00:42:43: Ellen Kimmel Gerne jetzt bis zum nächsten Mal.

00:42:45: Intro KI Voice Das war der New Work Podcast. Hier sprechen wir über Teams, Führung und die Frage, was Unternehmen bis 2030 an Veränderung brauchen.

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