05 | Master-Coach & Psychologe: Über Empowerment und moderne Teams | Christoph Schalk
Shownotes
In Folge 05 des New Work Podcasts ist Christoph Schalk zu Gast — Diplom-Psychologe, Master-Coach, Ausbilder und seit rund 30 Jahren in der Coaching- und Organisationsentwicklung unterwegs.
Gemeinsam sprechen wir über Empowerment, über moderne Teams und darüber, warum gute Führung heute mehr braucht als klassische Ansagen von oben. Christoph zeigt, weshalb Motivation nicht „gemacht“ werden kann, welche Rolle Zielklarheit in Unternehmen spielt und warum Führungskräfte heute gut daran tun, sich als coachende Führungskräfte zu verstehen.
Wir sprechen außerdem über:
die Kutschen-Metapher hinter dem Begriff Coaching Empowerment als Grundlage guter Arbeit Teamkommunikation als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit interne Coach-Pools in Unternehmen Coaching-Ausbildungen für Führungskräfte, Unternehmer:innen und Menschen in beratenden Rollen KI im Coaching: hilfreich, aber kein Ersatz für Beziehung und die große Frage: Was brauchen Unternehmen bis 2030 wirklich?
**Mehr zu Christoph Schalk ** Auf seiner Website findest du Informationen zu: Coaching für Führungskräfte und Teams Workshop-Formaten Konfliktmediation Coach-Ausbildungen Vorträgen und Audio-Impulsen
Diese Folge ist spannend für dich, wenn du …
Führungskraft bist mit Teams arbeitest dein Unternehmen zukunftsfähig aufstellen willst dich für Coaching, Empowerment und gute Arbeit interessierst
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Transkript anzeigen
00:01:16: Christoph Schalk Danke schön für diese schöne KI-Begrüßung.
00:01:18: Ellen Kimmel Ach ja, Vielen Dank. Wirklich ernst gemeint, dass du hier bist. Ich freu mich total. Ich habe in der Vorbereitung halt einfach ein bisschen recherchiert und geguckt und. Ja, wie gesagt, also dein PDF hier. Was deine Arbeit angeht, es ist ja wirklich auch lang. Also ich finde das schon faszinierend. Ich meine, klar, 30 Jahre. Du bist wirklich ein Urgestein von Coaching oder einer der ersten Coaches gewesen, oder?
00:01:45: Christoph Schalk Das ist so, ja. Also als ich angefangen habe und mich dann beim Finanzamt angemeldet habe, da hat der Sachbearbeiter erst mal komisch geguckt und meinte, ich könnte da nicht Coach ins Formular reinschreiben. Es kann ja nicht jeder seinen Beruf selber erfinden.
00:02:00: Christoph Schalk Wir haben uns dann irgendwie geeinigt und am Ende war ich Coach. Aber das war nicht so einfach mit der Bezeichnung.
00:02:07: Ellen Kimmel Wahnsinn. Ähm, ja, aber was hat es denn mit der Kutsche bitte auf sich?
00:02:12: Christoph Schalk Ja, also Coaching hat immer was damit zu tun, dass man gut von A nach B kommt. Und da verwende ich immer gerne dieses Bild des Coaches. Das ist ja das englische Wort für eine Kutsche. Aber Hintergrund ist, dass das Wort eigentlich gar nicht aus dem Englischen kommt. Das kommt aus dem Ungarischen. Da gibt es eine kleine Stadt, die heißt Coach.
00:02:30: Christoph Schalk Also ich kann kein Ungarisch, aber ich glaube, so ungefähr wird es ausgesprochen. Und die haben im Mittelalter ja bequem gefederte Kutschen gebaut und nach ganz Europa exportiert. Und manchmal benennt man ja ein Produkt nach dem Herkunftsort, also Pilsener Bier. Und das war halt dann so dieses Fahrzeug aus Quatsch. Also Coach. Und das ist so ein schönes Symbol, wie Menschen gut gefedert, bequem von A nach B kommen.
00:02:54: Christoph Schalk Und so verstehe ich meinen Job. Ich helfe Menschen, dass sie gut hinkommen, aber sie müssen selber sagen, wo sie hinwollen. Also die Leute, die ins Coaching gehen, zum Coach, die sagen, was ihr Ziel ist, nicht ich.
00:03:06: Ellen Kimmel Ja, und da bin ich auch schon bei der nächsten Frage, oder? Ja, was auch im Intro so ein bisschen mit geschwungen hat Du bist nicht der Motivator, sondern das muss von innen rauskommen. Das habe ich mir gemerkt, oder bzw. Ein Satz von dir gehört, den du auch schon einmal in einem Interview gesagt hattest. Warum ist das so?
00:03:23: Christoph Schalk Na ja, ich bin ja auch Psychologe von meinem Hintergrund und da weiß ich einfach, man kann Motivation nicht machen. Also klar, es gibt extrinsische Motivation, schon durch Umweltfaktoren, aber da sind wir schon beim entscheiden Stichpunkt. Man kann immer nur ein Umfeld schaffen, wo Motivation gedeiht und wächst. Ich kann nicht am Grashalm ziehen, damit der schneller wächst. Da mache ich nur alles kaputt.
00:03:43: Christoph Schalk Und genauso kann ich nicht wirklich andere motivieren. Oft kommen Führungskräfte zu mir und sagen mir Helfen Sie mir doch, dass ich meine Mitarbeiter im Team motivieren kann. Geht nicht. Aber Führungskraft kann ein Umfeld schaffen, wo Motivation wahrscheinlicher wird.
00:03:58: Ellen Kimmel Okay, aber das ist ja oft der Fall eben, dass man genau denkt Mensch, jetzt kommt jemand von extern rein und der motiviert jetzt mein Team und ich habe dann gar nichts mehr so zu tun, sag ich mal oder Bzw. Danach wird alles anders und aber es wird trotzdem auch ein Stichwort. Es wird alles anders. Das hat natürlich auch mit Veränderung zu tun.
00:04:15: Ellen Kimmel Wenn du Coach, du hast so viele Angebote, sage ich mal auch mit deiner Ausbildung usw Nimm uns mal in deine Welt mit rein. Was? Was bietest du konkret an? Dass man das mal so ein bisschen besser greifen kann? Wenn ich jetzt vielleicht so eine Führungskraft bin, die genau denkt, wir müssen da was tun.
00:04:30: Christoph Schalk Ich sag vielleicht erst mal ganz grundsätzlich, was für große Bausteine in meinem Portfolio sind. Da ist das Coaching von Führungskräften und oder auch Teams. Da ist die Ausbildung zum Coach und dann noch diverse Workshopformate zu allen möglichen Themen bis hin zur Konfliktmediation. Und wenn jetzt eine Führungskraft kommt und sagt Ich möchte mit meinem Team irgendwo arbeiten, gucke ich in einem ersten Schritt erst mal, ob es überhaupt notwendig ist, dass ich in das Team reingehe.
00:05:00: Christoph Schalk Ja, macht das ja so leicht nach irgendwas outsourcen. Aber eigentlich ist Teamführung Führungsverantwortung ja und gar nicht so leicht delegierbar. Das heißt, ich möchte erst mal checken Ist es nicht sinnvoller, dass ich mit der Führungskraft arbeite und die Führungskraft fit gemacht wird, empowered wird, wie ich das gerne nenne, um dann selbst auch das eigene Team zu leiten. Ist es wirklich notwendig, dass da jemand extern reinkommt?
00:05:25: Christoph Schalk Es kann gute Gründe dafür geben, Aber erst mal möchte ich eigentlich den Verantwortlichen, also die Führungskraft, stärken. Jetzt bin ich ja Coach, also häufig als Coach dann in dieser Rolle und nicht der Berater oder Trainer. Also diese Rollen habe ich auch, aber eigentlich definiere ich mich vom Coaching her. Ein klassischer Berater sagt, was richtig ist und wo es langgeht und gibt klare Handlungsanweisungen, mindestens Empfehlungen.
00:05:49: Christoph Schalk Als Coach arbeite ich zunächst mal fiktiv, Also ich. Ich versuch erst mal, mit meinem Klienten meine Klienten herauszuarbeiten. Wo soll die Reise überhaupt hingehen? Kutschen, Kutschen, Fahrt und und und. Das ist manchmal gar nicht so klar. Also da kommt jemand, weil er ein Problem hat, weil ein Anliegen, ein Thema da ist. Aber allein dann schon die Frage was soll hier heute passieren, dass es sich für sie gelohnt hat?
00:06:11: Christoph Schalk Also so eine klassische Frage, die ich am Anfang eines Coaching Gesprächs stelle. Dann sitzt die Führungskraft manchmal ziemlich verdattert da und sagt Gute Frage, weiß ich gar nicht. Und dann arbeiten wir daran erst mal und dann tauchen Themen hinter dem vorgegebenen Thema auf, bekommen das in die Zielklärung rein. Und manchmal, nicht oft, aber manchmal passiert es tatsächlich, dass dann jemand auch sagt okay, jetzt weiß ich, wo ich hin will, wir können hier aufhören, den Rest schaffe ich alleine.
00:06:35: Christoph Schalk Dann freuen wir uns beide. Das ist ja auch gut. Na oder die Reise geht weiter und wir haben aber jetzt auch wirklich klar vor Augen, wohin dann? Und dann stelle ich als Coach vor allem auf eine sehr systematische Art und Weise viele Fragen, also wenig Input. Ich gebe natürlich Feedback, Ich spiegelt zurück, was ich wahrnehme, was dann für manche auch schon ein Erlebnis ist.
00:06:58: Christoph Schalk Aber vor allem stelle ich Fragen.
00:07:01: Ellen Kimmel Was sind denn so hintergelegte Gründe oder was kommt da häufiger vor? Weil meistens ist es ja manchmal so ein vorgelegtes oder auch einfach nur ein Impuls. Aber was, Was ist meistens der Grund dieses meistens?
00:07:14: Christoph Schalk Das gibt es gar nicht so einfach. Das ist sehr, sehr individuell. Da kann alles Mögliche dahinter sein. Mir fällt ein Beispiel Gerade ein Führungskraft wird vom Unternehmen zu mir geschickt. Ich merk schon am Anfang die Führungskraft ist gar nicht so überzeugt. Da kommt dann manchmal so der Satz Eigentlich sollte mein Chef hier sitzen und so was.
00:07:35: Christoph Schalk Na ja, und die Vorgabe, die Leistung stimmt nicht. Und wenn man dann ins Gespräch kommt, dann merke ich, das sind hohe Ansprüche an sich selber. Da ist aber auch ein gewisses ausgepowert ausgebrannt sein da und plötzlich sind wir auf einer ganz anderen Ebene. Na ja, was, was motiviert, Was ist der Ansporn Eigentlich? Na, übernehme ich mich damit? Vielleicht bin ich am richtigen Platz.
00:07:57: Christoph Schalk Wie will ich mich weiterentwickeln? Solche Themen tauchen dann plötzlich auf.
00:08:01: Ellen Kimmel Das heißt, es ist schon sehr individuell, sage ich mal, und immer eins zu eins. Aber wie bekommst du das dann bei 500 Coachings unter? Also wie schaffst du das? Ja das alles überhaupt in den 30 Jahren, die ja jetzt aufgebaut zu haben und ja wie, wie machst du das?
00:08:18: Christoph Schalk Du meinst jetzt organisatorisch? Ja, ich habe ein Buchungssystem und.
00:08:24: Christoph Schalk Da kannst du einfach den Termin buchen. Na ja, auch auch 500 Termine, das ist ja noch kein ganzes Jahr, was damit ausgebucht ist. Ja, von daher, da kriege ich schon noch gut auch Workshops oder die Coachausbildung unter. Das passt noch gut rein. Also das heißt de facto ein gut gebuchter Coachingtag sind viele Coachingtermine. Die meisten Termine sind bei mir so eine bis anderthalb Stunden.
00:08:48: Christoph Schalk Wenn ich drei Coaching Termine oder vier am Tag hatte, dann reichts mir aber auch. Ja dann. Also erstens habe ich ja noch ein bisschen was anderes zu tun und wenn's nur Verwaltungskram ist, den ja auch ein Coach machen muss. Der kennt ja jeder, der selbstständig ist. Ja, aber klar, das ist auch, das kostet auch Kraft. Dann also von daher so drei, vier Termine am Tag peile ich an, wenn ich keinen Workshop hab.
00:09:11: Ellen Kimmel Aber es gibt ja auch das Empowerment Coaching. Das ist jetzt auch zum Beispiel das, was eine Führungskraft machen kann. Habe ich das jetzt richtig verstanden oder wie? Wie läuft das dann ab?
00:09:19: Christoph Schalk Also vielleicht sage ich erst mal, was Empowerment Coaching ist. Da verbinde ich zwei Konzepte miteinander. Psychologisches Empowerment ist in der Psychologie also mein Background ist seit fast 40 Jahren ein Fachbegriff. Da geht es um mehrere Facetten, zum Beispiel ob Mitarbeitende im Unternehmen das Gefühl also wirklich subjektiv das Gefühl haben, sie können ihre Kompetenzen einsetzen, ob sie ein Gefühl von Einfluss haben.
00:09:45: Christoph Schalk Ich Ich kann was bewegen, ich kann was beeinflussen. Ich kann auch mein Arbeitsumfeld mitgestalten. Zum Beispiel die Frage nach wann und wo arbeite ich also? Arbeitszeitmodelle, Homeoffice, mobiles Arbeiten, so was. Und letztendlich auch gibt mir das Sinn und Bedeutsamkeit, was ich da mache. Das ist erst mal grundsätzlich ein Konzept aus der Arbeitspsychologie. Und mit der Coachbrille sage ich jetzt Ja, ich habe als Coach einfach eine ganze Reihe Stellschrauben, wie ich das unterstützen kann.
00:10:15: Christoph Schalk Ich kann Führungskräfte unterstützen, dass sie diesen Empowerment Gedanken in ihre Teams reintragen. Ich kann Unternehmen unterstützen, dass sie das in die Kultur reintragen. Ich kann auch Teammitglieder unterstützen, dass sie sich erst mal darüber bewusst werden. Fühle ich mich überhaupt empowered und kann ich das vielleicht einfordern? Mehr. Kann ich mit meinem Chef ein Gespräch darüber führen, wie das Empowerment besser wird?
00:10:35: Christoph Schalk Also das sind so verschiedene Stellschrauben. Und im Coaching können wir das reflektieren und dann nach Lösungen und Weiterentwicklungen suchen.
00:10:44: Ellen Kimmel Genau, weil hier steht auch noch ein Satz, den ich auch noch herausgegriffen habe. Aufbau von internen Coachpools. Also was ist das dann?
00:10:55: Christoph Schalk Ja, da komme ich eigentlich her. Das mache ich schon länger als meine offene Coachausbildungen. Die gibt es seit plusminus zehn Jahren, aber schon seit 1999 habe ich angefangen, in Unternehmen, Mitarbeitende, auch Führungskräfte zu schulen. Dass die im Unternehmen als interne Coaches agieren können. Das braucht zum einen bestimmte Fähigkeiten. Also so eine Ausbildung vermittelt Skills. Also zum Beispiel wie, frage ich.
00:11:29: Christoph Schalk Es braucht aber auch ein ganz hohes Rollenbewusstsein. Dann hat man ja mindestens zwei Hüte auf und vielleicht noch ein paar mehr. Also in welcher Rolle agiere ich gerade? Wem gegenüber? Im Unternehmen kann ich das jetzt machen? Wenn ich das als Führungskraft coachende Führungskraft in meinem eigenen Team einbringe, ist das was anderes. Wie coachen da beliebiger Mitarbeiter am anderen Mitarbeitenden im Unternehmen gegenüber?
00:11:54: Christoph Schalk Also dann muss ich ja vielleicht schauen, Habe ich da andere Kontaktpunkte? Komme ich in Interessenskonflikte? Angenommen, ich arbeite in der Personalabteilung, ja, kann mir der Mitarbeiter noch in einer anderen Funktion über den Weg laufen? Was heißt das? Wir müssen gut Rollen reflektieren. Von daher. Wir nennen das dann zwar oft interne Coaches, de facto ist es aber ein Hut, der schon da ist.
00:12:17: Christoph Schalk Eine Rolle, die da ist in Verbindung mit Coaching, Kompetenzen.
00:12:22: Ellen Kimmel Weil das finde ich doch wirklich einen richtig guten Ansatz, oder denke ich mir so, das wäre doch eigentlich eine perfekte Lösung für Unternehmen, um langfristig auch wirklich das in ihr Unternehmen zu integrieren, oder?
00:12:33: Christoph Schalk Also sehe ich definitiv so, ja. Also eine Führungskraft, die sich heute nur traditionell versteht, wie vor 30 Jahren oder so, das funktioniert nicht. Also ich spreche gerne von coachen Führungskräften. Es gibt auch Kolleginnen und Kollegen, die das Konzept kritisieren. Aber ich sage Nein, das geht. Man kann diese beiden Rollen verbinden, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Und dann ist diese Fähigkeit, Fragen zu stellen und Menschen Mitarbeitende innerhalb ihres Verantwortungsbereich weiterzubringen, wirklich hilfreich.
00:13:03: Ellen Kimmel Gehen wir mal ganz kurz in zwei Punkte rein, die bei Teams immer aufschlagen. Also das eine Thema ist vielleicht Ziele. Jedes Unternehmen hat Ziele, die sind sogar teilweise fest deklariert, lösen vielleicht auch Stress aus. Und es geht immer darum, Ziele einzuhalten, Zahlen zu schaffen, Wirkung zu erzeugen. Ja, wie löst du das Ganze auf oder wie ist da wirklich dieser Coachingansatz dann auch letztendlich?
00:13:32: Christoph Schalk Da fallen mir jetzt natürlich unendlich viele Aspekte ein. Also Ziele ist ein Riesenthema. Mal schauen, wo fangen wir denn an? Also zum einen ein ganz wichtiger Schlüsselbegriff im Coaching oder auch in der Psychologie sind sogenannte Soll es Diskrepanzen? Also ich habe einen ein Sollwert wo ich hin will und ich habe ein ist wird wo ich jetzt gerade bin und da gibt es ein Delta dazwischen und das ist ja eigentlich das soll wert ist ein Ziel möglicherweise vielleicht vorgegeben vom Unternehmen.
00:14:00: Christoph Schalk Das sollen Mitarbeiter hin, das soll eine Führungskraft hinkommen? Wenn jetzt dieser soll diese soll ist Diskrepanz einen optimalen Abstand hat, dann ist es motivierend. Wenn da keine Differenz ist, kein keine Diskrepanz, dann ist es langweilig. Für die meisten Menschen zumindest. Und jetzt kann aber dieser Optimalpunkt auch deutlich überschritten werden und dann geht die Sache nach hinten los. Dann führt es entweder in die Frustration, in die Demotivation oder in den Burnout und Burn out.
00:14:28: Christoph Schalk Muss man sich nämlich ordentlich verdienen, nämlich indem man über einen längeren Zeitraum eine zu große Solis Diskrepanz aufrecht erhält. Und oft kommt die gar nicht von externen Vorgaben, sondern tatsächlich eigene Erwartungen. Die Mitarbeitern an sich selber haben. Das ist das, was dann problematisch wird. Also das wäre so ein ganz wichtiger erster Aspekt zum Thema Ziele. Und wenn es ein Unternehmen versteht, hier in einem Optimalbereich Ziele, am besten in einem partizipativen Verfahren, also gemeinsam mit den Mitarbeitern festzulegen, dann kann das hilfreich sein.
00:15:03: Ellen Kimmel Ja, also eigentlich für jedes Unternehmen relevant, weil sie ja auf jeden Fall sich Ziele setzen. Sonst geht man ja gar nicht auf die Arbeit. Erst den zweiten wichtigen Punkt, oder Der hat mich so richtig, so habe ich gedacht. Ja, das kenne ich auch von mir. Und zwar das, was im Intro angesprochen worden ist. Das mit dem Team, das eigentlich nicht fünf Leute da sitzen, sondern eigentlich, ich habe es jetzt mal hochgerechnet, ich weiß nicht, wie du das jetzt formulieren würdest.
00:15:27: Ellen Kimmel Du redest von dem inneren Team und das fand ich auch total spannend, weil ich das so selber von mir auch schon oft so die Erlaubnis hatte, dass da wirklich mehrere Teams wahrscheinlich spielen. Und ja, wie ist das? Oder wie kann man da vielleicht irgendwie einen Ansatz finden, um damit das überhaupt erst mal wahrzunehmen, glaube ich, oder?
00:15:47: Christoph Schalk Also eigentlich ist es ja ein vertrautes Gefühl. Also schon Goethe wusste das. Der hat in seinem Faust diesen berühmten Satz geschrieben Zwei Seelen wohnen in meiner Brust und was er noch nicht wusste, ist, dass es mehr als zwei sind in der Regel. Und die sind auch situativ. Also man kann in jeder Situation und besonders wenn ich in einem Dilemma bin, wenn ich irgendwo in einem Problem drinnen stecke, dann merke ich das.
00:16:09: Christoph Schalk Aber da sind so verschiedene Anteile in mir, verschiedene Stimmen, Emotionen, die mischen sich, verbünden sich vielleicht auch irgendwie zu Untergrüppchen, aber ziehen mich auch in verschiedene Richtungen. Und dann bin ich innerlich gespalten, hab einen inneren Konflikt sozusagen in meinem inneren Team. Und ein erster Schritt ist tatsächlich das einfach mal wahrzunehmen Wer ist denn da in mir und was sagen diese inneren Teammitglieder?
00:16:30: Christoph Schalk Ja, da ist vielleicht so ein Klassiker. Da ist der Ängstliche in mir, sagt ich, ich will raus hier. Oder da ist der Performer in mir, der sagt Das packen wir jetzt an, ich will da was erreichen oder da ist der Fürsorgliche, der sagt Ich will mich aber um meine anderen Teammitglieder kümmern. Also solche Stimmen, die dann auch mit Werten, mit Prägungen, mit Emotionen verbunden sind, die aber nicht immer optimal aufgestellt sind.
00:16:56: Christoph Schalk Und jetzt bin ich als Gesamtperson aber auch mein eigener Teamchef. Na und? Dann macht es ja Sinn zu gucken Wer ist denn da in meinem Team? Funktionieren die gerade? Sind die gut aufgestellt oder was muss ich so an innerer Teamentwicklung machen, damit ich dann in mir an einem Strang ziehen und vorankommen?
00:17:12: Ellen Kimmel Welcher Aspekt ist noch wichtig? Dass in Zukunft Teams einfach gut miteinander agieren oder dass auch Unternehmen zukunftsfähige Teams entwickeln, sozusagen, oder? Ja.
00:17:23: Christoph Schalk Der Klassiker ist immer irgendein Kommunikationsthema. Also es sind Menschen zusammen. Die Menschen haben unterschiedliche Persönlichkeiten, das heißt, die sprechen erst mal unterschiedliche Sprachen in Anführungszeichen. Das heißt, die müssen sich erst mal verstehen lernen. Wenn ich irgendwelche Teamentwicklungsworkshops mache es fängt in der Regel erst mal auf einer Kommunikationsebene an sich gegenseitig verstehen, miteinander reden, Konflikte auch. Ja, vielleicht bearbeiten, schauen oder klären, lösen.
00:17:53: Christoph Schalk Ich glaube, das ist das gute Fundament. Wenn wir da auf der kommunikativen Basis zusammenfinden, dann kriegen wir alles andere auch gut in den Griff.
00:18:01: Ellen Kimmel Wenn ich jetzt Teamchef wäre oder allgemein sage Ja, das hört sich alles logisch an, ich will das angehen. Noch mal konkret Du hast es ja schon angesprochen Welche Möglichkeiten habe ich jetzt, um zum Beispiel mit dir zusammenzuarbeiten?
00:18:15: Christoph Schalk Meistens setze ich mich mit einem Teamleiter zusammen. Oder vielleicht kommt aus dem Unternehmen irgendjemand auf mich zu, der Geschäftsführer oder jemand aus dem Personalbereich und sagt Wir haben da folgende Situation Er hat als neues Team oder eine neue Konstellation oder einen Konflikt oder irgendein anderes Problem. Aber der erste Schritt ist immer eine Auftragsklärung, wo wir dann schauen, was ist überhaupt die richtige Vorgehensweise?
00:18:37: Christoph Schalk Ist das Coaching vom Teamleiter, ist es eine Konfliktmediation? Es ist eine Teamentwicklung und was ich merke ist, dass dann oft das Unternehmen von sich aus Begriffe verwendet, die fachlich gar nicht so präzise sind. Ich Ich wäre angefragt und sage aber das Unternehmen sagt das Team. Braucht man Coaching? Und wenn wir dann die Auftragsklärung gemacht haben, dann weiß ich ja eigentlich brauchen sind eine Konfliktmediation und kein Coaching oder das Team braucht einen Workshop oder ein Training.
00:19:05: Christoph Schalk Also wir müssen erst mal das Ganze mit Inhalt füllen. Und da denke ich gerne immer vom Ergebnis und vom Ziel her. Also Coaching ist was sehr zielorientiert ist, eben was soll am Ende anders und besser sein? Wenn wir die Frage beantwortet haben, dann können wir festlegen, Wie gehen wir methodisch ran? Was heißt es vom zeitlichen Aufwand? Und was heißt das mit dem nächsten Schritt, vom nächsten Schritt her?
00:19:28: Ellen Kimmel Habe ich jemand aus deinem Empowerment Coaching sprechen dürfen? Heute früh? Und es ist auch so, dass glaube ich, manche nicht Führungskraft, sondern eben auch ganz normale Angestellte, die eben dein Empowerment Coaching glaube ich machen, oder? Also dafür ist die Ausbildung auch gedacht, dass man es nicht zum Beispiel so macht, dass man daran teilnimmt und danach selbstständiger Coach ist, sondern eben das auch einfach so für sich macht und eben auch im Unternehmen als Führung.
00:19:54: Ellen Kimmel Was du gesagt hast, das integriert oder genauso.
00:19:57: Christoph Schalk Du sprichst jetzt von unserer Ausbildung zum Coach und da haben wir tatsächlich eine sehr gemischte Teilnehmergruppe. Da sind, da sind die Leute dabei, die sich selbstständig machen wollen als Coach, aber das ist tatsächlich ein relativ kleiner Teil. Die meisten wollen irgendeine vorhandene Rolle erweitern und vertiefen. Ob das jetzt jemand in der beratenden Rolle ist? Also wir hatten in den letzten Jahren zweimal Juristinnen dabei gehabt, die beratend gearbeitet haben, die gesagt haben, Wir wollen nicht immer nur so in der Rolle drin sein, dass wir den anderen sagen, was die tun sollen, sondern wir wollen bessere Fragen stellen können, um unserem Gegenüber zu helfen, mal die eigene Situation zu reflektieren.
00:20:36: Christoph Schalk Und dann können wir auch passgenauer dazu beraten. Oder ich habe Unternehmer drin, ich habe Führungskräfte drinnen, die sagen wir wollen auch coachen, führen. Wir wollen nicht nur immer Vorgaben machen, sondern die Leute mit einbeziehen am Überlegen, was haben wir noch? Und in der nächsten Ausbildung hat sich in ein ein Polizist angemeldet, der aber in seinem Bereich auch als Ausbilder tätig ist, der auch kommunikative Fähigkeiten erwerben möchte.
00:21:03: Christoph Schalk Und wir haben Leute dabei, die tatsächlich einfach für eine Person, einfach für eine Persönlichkeitsentwicklung dabei sein wollen, weil jeder geht anders raus, als er reingekommen ist in so eine Ausbildung. Wir machen ja ganz viele praktische Übungen, das heißt, da ist unheimlich viel Selbsterfahrung dabei und jeder wächst einfach persönlich dadurch an.
00:21:23: Ellen Kimmel Also das ist ja auch wahrscheinlich dann, wenn die alle zusammenkommen, Das ist doch so viel mehr wert, oder?
00:21:30: Christoph Schalk Ja, definitiv. Es entsteht eine wahnsinnige Energie, einfach. Das merkst du in der Atmosphäre, das merkst du, wie die Leute miteinander umgehen. Ja, es ist manchmal, manchmal schon fast eine Festivalatmosphäre.
00:21:41: Ellen Kimmel Ja, aber das sehen wir auch im Kreativquartier so, das wollen wir ja auch. Wir wollen eben diese Vielfalt. Dass Coworker neben einem Team, was gerade da ist, was vielleicht auch ein Großkonzern ist. Wir hatten auch schon teilweise aus Amerika eine Personalchefin da, die dann neben einem Local Coworker sitzt. Also das ist so spannend, finde ich dann halt auch, wenn die Teams sich in der Küche begegnen und dann doch mal vielleicht sogar auf Englisch geredet wird und einfach die da aufeinandertreffen.
00:22:08: Ellen Kimmel Das erweitert den Horizont und das finde ich eben so toll, dass es dann auch nicht immer die gleichen, sag ich mal Gruppe von Menschen sind, sondern ich glaube, da können wir alle so viel mitnehmen und so viel davon lernen auch.
00:22:18: Christoph Schalk Ja, und deshalb ist es bei uns auch nicht einfach nur so eine Ausbildungsgang, sondern in jedem Modul unserer Ausbildung sind ehemalige Teilnehmende dabei, die dann als Tutorinnen und Tutoren aktiv sind. Also wenn wir Kleingruppenübungen machen beispielsweise machen, dann ist jemand dabei und und guckt ein bisschen zu. Und so aus der etwas fortgeschrittenen Erfahrung kann man dann Feedback bekommen.
00:22:43: Christoph Schalk Oder wir haben Regionalgruppentreffen, wo man sich dann ja ausbildungsübergreifend zusammensetzt, berichtet. Wie hat sich das weiterentwickelt? Also da ist, da ist viel Netzwerk außenrum entstanden und das macht schon Spaß.
00:22:58: Ellen Kimmel Mega. Ich hatte auch gleich Lust mich anzumelden.
00:23:00: Sprecher 3 Herzlich willkommen!
00:23:03: Ellen Kimmel Aber was heißt das jetzt konkret? Also wie lange ist das dann auch? Wie viel Zeit Invest muss ich da mitbringen und muss ich irgendwie Vorkenntnisse haben oder was? Was brauche ich, um deine Ausbildung mitzumachen?
00:23:17: Christoph Schalk Also im Moment bieten wir sogar zwei unterschiedliche Arten von Ausbildung an unser max. Paket. Die max. Ausbildung ist tatsächlich auch das maximale. Das ist so die die Pauschalreise mit Vollpension sozusagen all inclusive. Das sind sieben mal drei Tage, immer Donnerstag bis Samstag über ein Jahr gestreckt. Also kann man in der Regel ganz gut berufsbegleitend machen. Aber das ist schon ein gewisser Aufwand.
00:23:42: Christoph Schalk Natürlich da, da kommt schon über das ganze Jahr also 250 Stunden oder was kommen da zusammen? Aber letztlich sieben Module und dann halt Übungszeit zwischen den Modulen. Dann haben wir eine eine Flex Ausbildung, die findet nicht in Präsenz statt wie die max. Ausbildung sondern die ist online und da sind sieben mal zwei Tage Freitag und Samstag, also ein bisschen wochenendbetonter und vor allem die Flexibilität von Online und man kann auch die Reihenfolge der Module tauschen.
00:24:12: Christoph Schalk Ich erkauft mir die Flexibilität ein bisschen dadurch, dass ich keine feste Ausbildungsgruppe habe, sondern jedes Mal können noch andere Leute dabei sein. Die max. Ausbildung, das ist tatsächlich ein geschlossener Kurs, wo wir gemeinsam durch das ganze Jahr durchgehen. Und Flex kann man auch über zwei Jahre strecken und dadurch einfach ein bisschen anders in den Alltag einbauen. Integrieren? Genau.
00:24:31: Christoph Schalk Und was braucht man an Voraussetzungen, hattest du gefragt. Ich führe immer gerne mit den Leuten vorab ein Gespräch, dass man sich so ein bisschen kennenlernt. Aber die Ausbildung lebt auch davon. Das ist ein sehr bunter Haufen. Manchmal ist Ich achte darauf, dass wir keine Leute haben, die mit einer psychischen Erkrankung reinkommen und und das dann so als ersatz sehen.
00:24:51: Christoph Schalk Das geht nicht, weil es schon auch beansprucht ist, wenn man sich da mit sich selber auch beschäftigt und sich weiterentwickelt. Aber davon abgesehen haben wir einfach unterschiedliche Zielsetzungen. Also jemand, der sagt, ich möchte meine Rolle weiterentwickeln und Coaching kann dann ein sinnvoller Baustein sein, dann passt es eigentlich schon.
00:25:09: Ellen Kimmel Ja, mega. Und ich würde vorschlagen, ich nenne das immer Telefonjoker. Margarita hat sich heute früh am Bus erwischt. Okay, Und ja, ich habe sie einfach mal gefragt, was sie eben so mitgenommen hat aus der Coachingausbildung und habe da ein kleines Interview zusammengeschnitten. Und das spiele ich jetzt auch mal kurz ab.
00:25:31: Unbekannt Und also eine Ausbildung absolviert hat. 20.
00:25:39: Unbekannt In der Ausbildung und da.
00:25:42: Sprecher 3 Freue ich mich auch immer wieder zu sehen. Ausbildung für mich auch im privaten Bereich.
00:25:51: Unbekannt Das heißt jeder kann sich so nennen. Eine Ausbildung werden, die zertifiziert.
00:25:59: Sprecher 3 Und auch einfach von der Qualität. Und ich bringe.
00:26:04: Unbekannt Euch jetzt andere Beispiele. Eine Haltung dazu. Auch als Coach.
00:26:20: Unbekannt Kann das einfach so viel Erfahrung und auch Methoden, die uns beibringen?
00:26:33: Unbekannt Ist immer noch einfacher. Und die Haltung, also der macht immer wieder.
00:26:43: Sprecher 3 Einfach.
00:26:49: Christoph Schalk Schön.
00:26:51: Ellen Kimmel Ja, er hat auch noch mal gemeint, eben genau das Thema, was du gerade angesprochen hast. Mit denen. Ja wie, wie erkennt man denn vielleicht die Grenze oder so was? Also wenn ich auch vielleicht im jetzt Team Leader bin und sage okay, vielleicht geht das dann doch eben in die Richtung Erkrankung fast schon immer. Aber genau das tust du wahrscheinlich in deinem Vorgespräch dann auch herausfinden, oder wie?
00:27:12: Ellen Kimmel Wie kristallisiert sich das dann raus?
00:27:13: Christoph Schalk Sozusagen ja musst muss das als als co also jetzt ist müssen wir wieder zwei also Coaching hat viel oder die Kurzausbildung hat viel mit Rollen Klarheit immer zu tun und jetzt finde ich als Coach agieren muss ich noch mal anders rangehen. Wie wenn ich als Führungskraft beispielsweise herangehe. Und es geht nicht über eine wie auch immer geartete Diagnostik.
00:27:35: Christoph Schalk Also genauso wie in Deutschland rechtlich Therapie verboten ist. Für Leute, die keine Zulassung haben, dürfen wir nicht mal eine Diagnose erstellen oder das von der Seite her absichern. Das heißt, jemand der als Coach arbeitet, muss einfach Prinzipien gelernt haben. Wir immer auf der sicheren Seite arbeitet und das heißt, ich arbeite lösungsorientiert, ich arbeite ressourcenorientiert, ich gestalte Zukunft, aber nicht ich.
00:27:58: Christoph Schalk Wo? Irgendwo in der Vergangenheit und in Problemen. Und wenn ich diese Haltung und diese Grundprinzipien beherzigt, dann bin ich einfach auf der sicheren Seite und kann gar nicht in die Therapie abdriften. Und bei einer Führungskraft, was ja noch mal eine andere Perspektive ist. Selbst wenn ich mich als Coach und Führungskraft verstehe, da muss ich einfach wissen Ich bin Führungskraft und repräsentiere das Unternehmen und habe bestimmte Aufgaben, die auf meiner Aufgabenbeschreibung stehen.
00:28:25: Christoph Schalk Dazu gehört natürlich eine gewisse Fürsorgepflicht, aber ich bin nicht der Therapeut für alle meine Teammitglieder und also ich würde ja zum Beispiel auch Workshops zum Thema Führung und Psyche durch und da grenzen wir dann auch ganz klar ab, Wo muss eine Führungskraft dann einfach sagen So, das gehört nicht mehr zu meiner Rolle? Also auf der einen Seite drücke ich dann als Führungskraft ja aus, Du lieber Mitarbeiter, liebe Mitarbeiterin, ich mache mir Sorgen um dich.
00:28:53: Christoph Schalk Na, magst du mir sagen, wie ich dich unterstützen kann, wie wir dir helfen können? Aber ich darf ja aus rechtlichen Gründen schon gar nicht fragen, was vielleicht im Hintergrund ist. Also da ist mir als Führungskraft sehr schnell eine Grenze auch gesetzt. Also ich rede immer vom Gestalten, von der Lösung her drüber und muss dann halt manchmal vielleicht auch Dinge einfordern, nämlich dass jemand sich den Betriebsarzt vorstellt oder so was.
00:29:16: Christoph Schalk Aber ich kann nicht sagen Jetzt erzähl mir mal und du hast dieses und jenes und ich stell eine Diagnose, das geht einfach nicht. Ja.
00:29:23: Ellen Kimmel Ein weiteres Thema, was sie angesprochen hat, war ja auch das Jeder kann sich Coach nennen, der jetzt ohne deine ganzen Zertifizierungen aufzuzählen, Du hast. Ich habe auch dieses Jahr fahren. Du hast, glaube ich, die höchste Auszeichnung, die man als Coach haben kann. Kannst du dann nur mal kurz mal reingehen, dass man das auch versteht, was das wirklich für Qualifikationen.
00:29:46: Christoph Schalk Qualifizierungen sind? Vielleicht erst mal ganz grundsätzlich. Eben weil der Begriff nicht geschützt ist, finde ich es wichtig, dass man sich von einem externen Fachverband zertifizieren lässt. Also ich vergebe ja als Ausbilder auch ein Zertifikat unseres unserer Akademie, aber das finde ich nicht ausreichend. Ja, ich bin selber der Ausbilder und drückt dann den Leuten ein selbstgeschriebenes Zertifikat in die Hand.
00:30:10: Christoph Schalk Das erwarten die natürlich, Kriegen sie auch, aber das ist noch nicht ausreichend. Dann muss noch jemand anders neutrales, eine neutrale, kompetente Stelle ins Spiel kommen. Und dafür gibt es einfach in Deutschland Coaching Fachverbände, die dann in der Regel sogar relativ hohe Qualitätskriterien haben, was den Ausbildungsumfang angeht, was die Inhalte angeht, was die Coachingpraxis angeht usw und die das dann wirklich auch überprüfen.
00:30:36: Christoph Schalk Und wenn du so ein Zertifikat hast, dann finde ich, kannst du dich guten Gewissens Coach nennen und vorher das ist alles selbst ernannt. Was gehört dazu? Bei manchen Verbänden? Und du hast jetzt das, was du angesprochen hast, das ist die International Coaching Federation. In dem Fall, wenn du da die höchste oder stufe hast, dann musst du mehrere 1000 Coachingstunden nachweisen.
00:31:00: Christoph Schalk Mussten relativ aufwendiges Online Prüfungsverfahren über dreieinhalb Stunden mitmachen, musst Aufnahmen von Coachinggesprächen einreichen, die auch ziemlich kritisch angeschaut werden und wo man ziemlich leicht durchfallen kann, wenn das nicht bestimmten Standards entspricht. Und du musst dich auch verschiedenen Ethikrichtlinien verpflichten. Das ist ja so zum Beispiel bei den selbst ernannten Coaches. Das Problem Schau dich auf Social Media um. Da findest du ganz schnell das Versprechen, wie du XY tausende und sechsstellig und was weiß ich als Coach machen kannst.
00:31:37: Christoph Schalk Und die Vorgehensweisen, die du da findest, die widersprechen dann ganz schnell den Ethikrichtlinien, dass du eben bestimmte Marketingmethoden nicht einsetzen darfst. Deine Kunden und Kundinnen müssen jederzeit auch rausgehen können ohne finanzielle Nachteile. Also das sind sehr hohe Werte, die da formuliert sind. Und das zeichnet einfach einen professionellen Coach aus, dass der sagt so, ich bekenne mich zu solchen Ethikgrundlagen.
00:32:02: Ellen Kimmel Du wolltest, du hast mir was mitgebracht und zwar ein Bild. Ja, genau, was vielleicht noch ein bisschen so für deine Arbeit steht. Was hast du denn mitgebracht?
00:32:10: Christoph Schalk Ja, ich habe zwei Fotos mitgebracht. Ich fange mal mit dem hier an, dass das Foto selber. Das ist noch gar nicht so alt. Das habe ich aufgenommen anlässlich meines 30-jährigen Jubiläums als Coach. Da ist ein Ordner zu sehen, ein Arbeitsbuch. Und den habe ich 1992 übersetzt. Da habe ich ein Praktikum in Wiesbaden gemacht und auch in einem Institut, wo es um im weitesten Sinne um Unternehmensberatung ging.
00:32:37: Christoph Schalk Und eine Aufgabe von mir als Praktikant war, ein Fachbuch zum Thema Coaching aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Damals gab es so gut wie keine Fachbücher. Also ich war damals auf einer Buchmesse gewesen, habe mich informiert. Ich glaube, es waren drei Titel, die damals auf Deutsch zum Thema Coaching verfügbar waren. Also im Unterschied zu Tausenden jetzt na und?
00:32:59: Christoph Schalk Und das war, glaube ich, das vierte Buch, was es dann auf den deutschen Markt gekommen ist. Und das durfte ich übersetzen und hatte vorher noch nie was von Coaching gehört. Also es war wirklich mein Erstkontakt mit dem Thema Coaching und durch das Buch habe ich dann Blut geleckt und bin seitdem dran geblieben und habe dann ein ein weiteres Praktikum in den USA gemacht und bin dann also es wurde wirklich zu einer im Flugzeug zu einer Weltumrundung, weil ich dann nämlich das Praktikum war in Los Angeles weiter nach Tokio geflogen und habe dann als Teil des Praktikums eine Coach Ausbildung in Japan mitgemacht.
00:33:35: Christoph Schalk Genau. Also auf Englisch übersetze. Und also ich so als ich war Praktikant, aber der Trainer hat mich dann wirklich so als Co Trainer mit eingebunden. Also fand ich den mega cool. Er hat gleich in Japan und so ein bisschen als. Also für die Japaner war ich mit Ausbilder aus meiner Sicht vielleicht doch nicht. Also es war einfach eine mega Erfahrung und von daher.
00:34:01: Christoph Schalk Seitdem habe ich nicht mehr losgelassen. Also das war dann 94, zwei Jahre nachdem ich dieses Buch übersetzt hatte und dann ging das wirklich ziemlich steil rauf.
00:34:11: Ellen Kimmel Ja, also das war dann einfach wie so ein Funke.
00:34:14: Christoph Schalk Ja, definitiv ja.
00:34:16: Ellen Kimmel Wenn wir jetzt gerade ein Funke für irgendjemanden da draußen sind, was verpasst er, wenn er nicht sich damit beschäftigt und überhaupt die Reise antritt?
00:34:27: Christoph Schalk Mindestens die Chance, sich selber zu reflektieren. Na also. Das ist so wirklich. Das also die die ganz grundlegende Grundlage. Also ich höre es oft, wenn ich Top Führungskräfte CEO von einem Großkonzern bei mir im Coaching habe. Manchmal sagen die mir tatsächlich einfach nur, dass ich mir die Zeit jetzt nehmen, hier über Themen nachzudenken, das ist schon wertvoll. Das würde ich im Arbeitsalltag nie machen, weil ich gar nicht die Zeit dafür habe.
00:34:54: Christoph Schalk Na, das ist dann meistens noch ein bisschen mehr. Wird.
00:34:59: Christoph Schalk Das kommt dann noch dazu. Aber einfach mal sich die Zeit nehmen, sich selber zu reflektieren, zu schauen, wo bin ich gerade, wo geht die Reise eigentlich hin? Das ist schon mal so der erste Punkt.
00:35:09: Ellen Kimmel Ja, mega Liebe, einfach spielerisch lernen und deswegen wollte ich schon immer ein Quartett machen und was jetzt mich bei diesem ganzen KI Thema so ein bisschen. Ich fand immer auch diese Action Figuren die man jetzt überall kreiert hängt so vom Sinn her irgendwie cool, dass ich mir so gedacht habe. Was wäre doch der Hammer, wenn man jetzt einfach in die Mediamarkt oder gefühlt woanders reingehen könnte.
00:35:35: Ellen Kimmel Und dann könnte man einfach an diese Tafel gucken und schauen, welcher Coach passt jetzt zu mir oder was passt zu mir, wenn ich mich um das Thema Team und Weiterbildung kümmern möchte? Und dann könnte ich wie ins Regal greifen, sozusagen. Und wie ein Akku, den ich ja auch definitiv brauche, um diese Kamera zu bedienen, zum Beispiel dann einfach benutzen.
00:35:56: Ellen Kimmel Deswegen habe ich gedacht, ich mache mal so ein Quartett und da ist es einfach so, das ist einfach nur deine Actionfigur ist sozusagen und vorne sind fünf Begriffe drauf, wo du sagst ja, für die stehe ich und auf der Rückseite ist so ein Satz, den du immer wieder verwendest oder mit gibst, der langfristig für dich steht, halt einfach.
00:36:15: Christoph Schalk Also fünf Fähigkeiten von der Liste. Also da steht als erstes Empowerment, das würde ich sofort nehmen. Also das das macht mich definitiv aus und Zielklarheit steht als nächstes. Da bleibe ich auch gleich dabei. Ohne Ziel geht es nicht und wir nennen das nicht immer Ziel. Aber es braucht eine Klarheit, was rauskommen soll, was anders und besser sein soll im Coaching.
00:36:35: Christoph Schalk Also dann haben wir schon mal die beiden, in die das Team steht da. Ja, das ist eine wichtige Methode, die ich einsetze, aber eben nur eine von ganz vielen.
00:36:46: Christoph Schalk Systemisches Denken steht hier eine ganz wichtige Denkschule im Coaching. Ohne die geht es heutzutage nicht mehr. Aber trotzdem. Da steht so viel daneben. Das würde ich jetzt auch nicht als erstes nehmen. Veränderungskompetenz? Ja, definitiv. Also auf meiner Website ist irgendwo der Satz Ich habe mich auf Menschen spezialisiert. Also als Kind wollte ich immer Tierarzt werden, aber jetzt sind es Menschen geworden.
00:37:08: Christoph Schalk Aber Menschen in Veränderung. Und dafür braucht es Veränderungskompetenz. Also Empowerment, Zielklarheit, kompetenz, Wirksamkeit Nämlich dazu, weil es soll ja wirklich was passieren, nicht nur ein nettes Gespräch und ein feuchter, warmer Händedruck, sondern am Ende soll was anders sein. Struktur und Klarheit? Ja, das. Das würden viele über mich sagen. Und wenn ich Feedbacks nach der Ausbildung bekommen, da kommt bei den meisten immer die Aussage Deine Struktur, deine Klarheit hat mich begeistert.
00:37:39: Christoph Schalk Ja, aber weil ich das jetzt hier gerade so im Kontrast auf der Skala gesehen habe. Klarheit am einen Ende und Kreativität auf der anderen Seite. Für mich ist das kein Widerspruch. Also nicht die zwei Enden einer Skala, sondern vier. Das sind verschiedene Zeitpunkte. Ich, ich kann meine Struktur völlig beiseitelassen, um ohne one Box sozusagen frei zu denken. Aber dann habe ich so die Motivation, das irgendwann in eine Struktur zu führen.
00:38:08: Ellen Kimmel Das ist so, wie wenn du über diese Ziele sprichst mit dem Motto das Motto Ziel, das man im Endeffekt losgelöst vom System Ich trinkt mehr Wasser, aber ich mache das und das dann eher so ein Motto sagt ich möchte irgendwie mehr was an meinem Körper haben.
00:38:22: Christoph Schalk Das wäre so ein Beispiel. Genau. Ja, also Tempo und Tiefe, also Tempo würde in dem Fall nicht Beschleunigung, sondern Entschleunigung und Reflexion bedeuten, damit es in die Tiefe geht. Und jetzt haben wir, glaube ich, schon fünf Begriffe, also Empowerment, Zielklarheit, Wirksamkeit, Veränderungskompetenz, Strukturen. Dann sind sogar sechs und und die Tiefe vielleicht. Also das würde mich gut beschreiben. Mehr.
00:38:48: Ellen Kimmel Super. Und welchen Satz würdest du hinten draufschreiben?
00:38:51: Christoph Schalk Huh? Welchen Satz? Ich hatte in meinem Leben schon verschiedene Sätze, die mich geleitet haben. Also die verändern sich tatsächlich immer wieder. Ich bin jemand, der selber in Veränderung drinnen ist und und deshalb kann ich glaube ich, auch Menschen gut in Veränderung begleiten. Sinngemäß hatte ich mal so einen Satz, wo es darum geht Ich möchte anderen Menschen helfen, dass sie ihre eigene Vision entwickeln und dann auch umsetzen können.
00:39:14: Christoph Schalk Das habe ich gemacht, als ich noch geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH und Co KG war, also so aus dieser Führungsposition raus. Wie gesagt, eigentlich geht es mir nicht darum, immer an oberster Stelle oder die Nase ganz vorne, sondern eigentlich möchte ich Leuten helfen, dass die nach vorne kommen. Das ist was, was mich ganz stark prägt.
00:39:33: Ellen Kimmel Ja, absolut. Das merkt man auch, oder? Wie wichtig erscheint dir das also auch? Jetzt vielleicht mal die Frage dieses Buzzword New Work. Weil ich habe den Podcast. Ich habe überlegt, so nach drei Jahren jetzt soll ich den umbenennen, weil das jetzt irgendwie ja dann doch schon nicht mehr irgendwie in das Jetzt kommt. KI. Ja, früher hieß es Digitalisierung.
00:39:51: Ellen Kimmel Also wie siehst du dieses Wort Newwork eigentlich? Oder was verpassen die dann auch wirklich, wenn es um Thema, Coaching und Team geht?
00:39:59: Christoph Schalk Also der Begriff Newwork ist ja auch schon rund 40 Jahre alt. Also so neu ist es nicht mehr. Der Carsten Schamoli, der ist Professor für Wirtschaftspsychologie in Berlin. Der verwendet alternativ den Begriff gute Arbeit. Also arbeitet auch mit Work, aber er übersetzt es oft in gute Arbeit und füllt dann dieses Wort gut letztlich mit Empowerment, also eine Arbeit, die Menschen stärkt.
00:40:25: Christoph Schalk Und Empowerment und und dazu kommen dann eben diese verschiedenen Facetten, die ich vorhin erwähnt hatte. Also das ist so die Richtung, die ich sehe und da kommt man nicht weg. Also egal ob das gerade Trend ist oder nicht. Also wer sagt denn so, wir brauchen keine gute Arbeit mehr, wir wollen jetzt schlechte Arbeit endlich haben. Also Quatsch. Also von daher ist der dieser Begriff Newwork vielleicht ungünstig, weil er so ein bisschen ein Ablaufdatum hat.
00:40:51: Christoph Schalk Aber was ja von Gedanke als Gedanke dahinter steckt, ist eine gute Arbeit für die Mitarbeitenden, ein gutes Arbeitsumfeld und und das mag auch sein, dass sich das dann zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen gesellschaftlichen Strömungen dann auch ein bisschen anders ausdrückt. Na, warum nicht? Aber es gibt einfach psychologische Grundprinzipien, die da eine Rolle spielen. Und die werden nie, ja nie, nie veralten.
00:41:18: Ellen Kimmel Absolut. Ja, deswegen halte ich auch noch so ein bisschen da dran. Jetzt einfach in einem Satz immer erklärt oder relativ kurz. Ich weiß, es ist schwierig, aber der Begriff Empowerment, was bedeutet das für dich?
00:41:31: Christoph Schalk Vier Facetten Das Erleben von Kompetenz, das Erleben von Einfluss, das Erleben von Selbstwirksamkeit und das Erleben von Sinn und Bedeutsamkeit.
00:41:39: Ellen Kimmel Versetzt sich in die Rolle eines Unternehmers. Wir schreiben das Jahr 2030. Und du? Dein Unternehmen ist erfolgreich. Du bist noch da. Und ja, wenn du heute st Was hat sich zwischen 2024 und 2030 konkret getan, damit du dein Team funktioniert, Wissen gesichert ist und du nicht ständig alles selbst auffangen musst?
00:42:09: Christoph Schalk Das ist so eine Frage, wo man natürlich auf der einen Seite dann an technologische Veränderungen denkt, wie zum Beispiel KI. Und da bin ich kein guter Prophet, außer dass ich denke, da wird sich ganz, ganz viel bewegen. Also allein, wenn ich sehe, was ich in meiner tagtäglichen Arbeit durch KI und andere Dinge jetzt verändert hat. Also das ist enorm.
00:42:32: Christoph Schalk Also es gibt kaum irgendwas, was ich ohne KI Unterstützung noch mache, also eigentlich eigentlich überall. Und das wird sich fortsetzen. Und mal schauen, ob das in Richtung Robotik dann noch Auswirkungen hat. Wenn dann physische KI quasi dazu kommt, sich in neuen Arbeitsformen usw auswirkt. Aber und und das ist die andere Seite, wir arbeiten immer noch mit den gleichen Menschen.
00:42:55: Christoph Schalk Der Mensch wird sich so schnell nicht verändern, der ist in den letzten paar 1000 Jahren ziemlich stabil geblieben. Wir haben immer noch das gleiche Hirn da oben drinnen, die gleiche Psychologie und und und. Das wird so die spannende Herausforderung sein. Also sich als.
00:43:12: Christoph Schalk Das als der typische Mensch, um das mal so zu sagen an diese Veränderungen, die ja immer schneller werden, dann auch gut anzupassen. Und da können wir dann auch ganz schnell wieder in Fallen kommen. Wir haben im Moment diese große Diskussion um Selbstoptimierung. Auch da stecken, ja soll es Diskrepanzen dahinter? Ich nenne das einmal die Delta Falle, in die man reinkommt.
00:43:31: Christoph Schalk Und wenn jetzt unser Arbeitsumfeld schnell verändert Manche Leute wollen ja auch ganz schnell dann mitgehen. Da habe ich Erwartungen an mich, Erwartungen, andere, die andere an mich stellen. Also das ist so psychologisch gesehen wieder die Dynamik, die da aufkommt. Und ich glaube, das wird sogar die Größe, die größere Herausforderung und wo dann möglicherweise eine große Schere auch in der Bevölkerung und in der Arbeitswelt entstehen wird, wo sich manche Leute schneller abgehängt fühlen werden.
00:43:59: Christoph Schalk Also das wär so meine Vermutung.
00:44:03: Ellen Kimmel Ja, denke ich auch. Also ist die größte Herausforderung. Wie stehst du zu KI oder wie denkst du, dass du das. Also es ist ja jetzt auch schon mehrere Ansätze, dass gerade solche Fragen also es gibt ja so ein Top Level was eingegeben wird in die KI und da steht schon ganz weit oben psychologische Fragen oder auch wenn ich vielleicht.
00:44:25: Ellen Kimmel Ich denke mir auch manchmal so es ist natürlich leicht jemanden zu fragen, der einfach da als Computer sitzt. Bevor ich jetzt irgendwie einen Anruf tätige, irgendwie die Scham empfinde, irgendjemanden Fremdes anzusprechen, dann gehe ich es lieber erst in die KI ein. Es gibt ja dann auch schon wiederum Ansätze, so kleine Vorschaltungen zu machen, wie auch ein Notfall Hotlines oder so was.
00:44:47: Ellen Kimmel Aber ich weiß nicht, wie siehst du da die Entwicklung oder wie? Wie siehst du da auch gefahren? Wahrscheinlich also. Ja.
00:44:54: Christoph Schalk Also ich ich bin ein Fan von KI. Ich nutze ständig KI. Ich habe heute früh, bevor ich hierher gekommen bin, einen Workshop vorbereitet und es gibt kaum einen Schritt, wo ich nicht auf die eine oder andere Art und Weise KI nutze, um schneller, kreativer wie auch immer voranzukommen. Ich nutze KI in erster Linie für Dinge, wo ich Ahnung hab und nicht für Dinge, wo ich keine Ahnung habe dort.
00:45:18: Christoph Schalk Ich kann nichts gegenchecken, ich kann es beurteilen und bewerten, wenn ich KI für Dinge nutze, wo ich keine Ahnung hab, dann gibt es ein Doppel Check von jemand der Ahnung hat. Also das heißt es ist kurz, vielleicht den Weg dann ab. Aber ich bin nicht derjenige, der der KI blind vertraut. Und das wäre so mein Haupt Ratschlag, wenn Leute KI für psychologische Themen nutzen, also für Selbsttherapie oder Selbstcoaching.
00:45:44: Christoph Schalk Wenn die das für Themen machen, wo sie keine Ahnung haben, wär ich zurückhaltend. Vorsichtig ja. Also KI kann einen da auch auf die falsche Fährte lenken und das sind ja paar prominente Fälle auch durch die Presse gegangen, wo das ordentlich schiefgegangen ist, bis hin zu Suizid, zu Suizid.
00:46:02: Christoph Schalk Was wir sonst noch zu beachten? Also klar, es gibt ethische Fragestellungen. Wenn ich jetzt als Psychologe, als Coach okay KI nutze, dann muss ich natürlich aufpassen, Vertraulichkeit, Datenschutz usw zu beachten. Noch mal zum Thema Therapie Coaching Auch zurück Die. Die Forschung sagt seit Jahrzehnten, dass der Hauptwirkfaktor, die Beziehung zwischen Coach oder Therapeut auf der einen Seite und Klient auf der anderen Seite ist.
00:46:31: Christoph Schalk Das kann eine KI natürlich ein stückweit simulieren, aber auf ganz vielen Ebenen auch nicht. Beziehung steht ja entsteht ja nicht nur durch den Informationsfluss oder durch Worte. Oder? Selbst wenn ich, wenn ich mit der KI rede ja klar, Intonation, Stimmlage spielt eine Rolle, aber die ist ja bei der KI komplett künstlich. Gesichtsausdruck fehlt völlig. Mikro Expressionen spielen eine wichtige Rolle im Beziehungsaufbau fehlt alles.
00:46:59: Christoph Schalk Coaching und Therapie wirken dadurch, dass sie ein sicheres Umfeld schaffen. Ein Computer schafft kein sicheres Umfeld, ein Smartphone auch nicht. Also ganz entscheidende Wirkfaktoren fallen unter den Tisch. Wenn ich KI nutze, um so ein paar Dinge zu reflektieren. Natürlich funktioniert das. Aber für tiefgehende Veränderungen? Vergiss es.
00:47:20: Ellen Kimmel Absolut. Und ich stelle auch immer wieder fest, oder was wir jetzt mit dem Kreativquartier auch immer wieder feststellen, dass diese echten Begegnungen von Menschen nicht, also gar nicht ersetzbar sind. Es geht einfach nicht. Und das wird halt noch viel relevanter werden, glaube ich. In der Zukunft. Ja, da reinzugehen halte ich. Wenn man mit dir zusammenarbeiten möchte, dann kann man das entweder tun, dass man sich wirklich einen Termin bei dir bucht, sozusagen.
00:47:47: Ellen Kimmel Also wenn ich jetzt Führungskraft Coach bin und selber gecoacht werden möchte, also dass du auch wirklich mit der Führungskraft da ins eins zu eins gehst, so habe ich das jetzt verstanden. Das zweite ist, dass du in Unternehmen reingehst und sagst Hey, wie können wir das im Unternehmen direkt reinsetzen? Sozusagen mit Coach Coaches. Dort implementieren oder.
00:48:09: Christoph Schalk Auch Workshops zu anderen Themen? Klar. Also ich. Ich liebe es, neue Workshops zu erfinden. Also an Workshops von der Stange bin ich meistens der falsche, aber. Ja, also ich habe mal vor über 30 Jahren mit Zeitmanagement Seminaren angefangen. Das mache ich nicht mehr, das kann jeder. Ach lieber was individuell entwickelt ist. Ja, aber genau so was geht.
00:48:27: Ellen Kimmel Ja genau. Und dann im letzten Schritt gibt es deine Coachausbildung, die eben auch sehr vielseitig ist und für eine hohe Zahl von Zielgruppe sozusagen ist, die dann eben vielfältig ist. Trittst du noch so als Speaker auf, kann man dich als Speaker buchen für zum Beispiel irgendwas oder wie? Wie läuft das so ab?
00:48:46: Christoph Schalk Ja, genau. Ich bin jetzt nur um ein Beispiel zu nennen, hier beim Rock Valley in Würzburg als Spicker dabei. Die haben außer der Hauptbühne auch diese, also die kleine Nebenbühne Local Heroes. Da darf ich den lokalen Hero machen. Genau. Also das ist definitiv nicht mein Arbeitsschwerpunkt. Aber durch all das, was ich mache, habe ich natürlich viele Themen und bin jetzt kommunikativ glaube ich nicht ganz schlecht drauf, sodass ich immer wieder auch mal als BK angefragt werde und das dann auch mache.
00:49:17: Ellen Kimmel Ja, genau. Oder du hast auch auf der Webseite zwei Audios drauf. Das ist einmal ein Interview und einmal auch ein Vortrag von dir. Da geht es um das Thema Resilienz und so ein bisschen Selbstvertrauen, glaube ich. Also fand ich auch sehr spannend. Falls jemand da mal wirklich mehr von dir hören möchte, kann es sich glaube ich super auf deiner Webseite auch umschauen und findet da auch genau die Informationen zu der Coachingausbildung usw.
00:49:40: Ellen Kimmel Vielleicht kannst du da einfach noch mal kurz eine Aufforderung schreiben, um jemand davon zu überzeugen, in die Coachingausbildung zu kommen.
00:49:52: Christoph Schalk Also jetzt erwischte mich auf dem falschen Fuß sozusagen, weil klar, ich mache ja einiges an Werbemaßnahmen und kommuniziere. Hey, wir haben da eine gute Ausbildung. Aber ich bin jetzt nicht derjenige, der Leuten eine Kurzausbildung aufs Auge drückt, sondern sagt eher, wenn da jemand Interesse hat und gemerkt hat Hey, das spricht mich an, dann lass uns mal drüber ins Gespräch kommen und dann schauen wir mal, was ist das dahinter?
00:50:17: Christoph Schalk Was ist da so die Motivation und die Substanz? Und dann bestärke ich das gerne. Natürlich, aber ja, was ist es, wenn. Wenn jemand sagt Hey, ich will mich weiterentwickeln, Ich Ich möchte meine Rolle verändern. Ich möchte besser mit Menschen umgehen können, besser fühlen, besser kommunizieren können. Ja, dann bietet auch eine gute Ausbildung einfach eine Grundausstattung und Rundumpaket für all diese Dinge.
00:50:41: Christoph Schalk Und nebenher dann noch die Chance, um wirklich auch ein Zertifikat zu bekommen und sagt so, hey, ich bin jetzt zertifizierter Coach und kann vielleicht sogar ein Beruf draus machen oder zumindest nebenberuflich als Coach auftreten.
00:50:54: Ellen Kimmel Sehr cool. Christoph Es war ein sehr schönes Gespräch. Ich danke dir viel. Möchtest du noch irgendwas loswerden? Habe ich irgendwelche Fragen? Nicht gestellt, die ich hätte stellen sollen?
00:51:05: Christoph Schalk Ich habe schon viel, viel mehr gesagt als ich sonst. Sag ja nur mal, stelle ich die Fragen ein.
00:51:10: Ellen Kimmel Aber ich. Na ja, ich danke dir, dass du mir diese ganzen Spielchen noch so ein bisschen mitgespielt hat mit den Quartettkarten und so und. Vielen Dank, dass du da was.
00:51:21: Christoph Schalk Sehr gerne. Danke für die Einladung.
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